Holz · Restfeuchte
Restfeuchte bei Brennholz
Kein Faktor verändert den Heizwert von Brennholz so stark wie das Wasser darin. Frisches Holz liefert nur die Hälfte — und über 25 Prozent Wassergehalt darf es gar nicht verfeuert werden.
- Erlaubt (BImSchV)
- < 25 %
- Zielwert
- 15–20 %
- Frisch geschlagen
- ~50 %
- Verlust je kg Wasser
- 0,68 kWh
Brennholz darf in Deutschland nach der 1. BImSchV nur mit weniger als 25 Prozent Wassergehalt verfeuert werden, angestrebt werden 15 bis 20 Prozent. Der Grund ist einfach: Jedes Kilogramm Wasser im Holz verbraucht rund 0,68 kWh allein zum Verdampfen — Energie, die als Wärme verloren ist. Frisch geschlagenes Holz mit etwa 50 Prozent Wassergehalt liefert deshalb nur gut die Hälfte der Wärme von trockenem Holz.
- Grenzwert: unter 25 % Wassergehalt (1. BImSchV), ideal 15–20 %.
- Verlust: bei 30 % rund 20 %, bei 50 % rund 45 % weniger Heizwert.
- Wassergehalt ≠ Holzfeuchte: 20 % Wassergehalt = 25 % Holzfeuchte.
- Trocknungszeit: Nadelholz ~1 Jahr, Buche und Eiche 1–2 Jahre.
Restfeuchte-Rechner: Wie viel Energie kostet das Wasser im Holz?
Ziehen Sie den Regler auf den gemessenen Wert — der Rechner zeigt den verbleibenden Heizwert, den Energieverlust gegenüber trockenem Holz und ob das Holz nach 1. BImSchV verfeuert werden darf.
So wird gerechnet: Hu(w) = Hu,darr × (1 − w) − 0,68 × w. Der erste Term ist der Anteil brennbarer Holzmasse, der zweite der Energieaufwand zum Verdampfen des Wassers. Wassergehalt w bezieht sich auf die Gesamtmasse, die Holzfeuchte u auf die Trockenmasse — beide werden häufig verwechselt.
Restfeuchte-Tabelle: Heizwert und Verlust
Am Beispiel Buche — die Werte gelten qualitativ für alle Holzarten:
| Wassergehalt w | Holzfeuchte u | Heizwert kWh/kg | Verlust | Zustand |
|---|---|---|---|---|
| 5 % | 5 % | 4,88 | – | ofentrocken (technisch getrocknet) |
| 10 % | 11 % | 4,59 | – | ofentrocken (technisch getrocknet) |
| 15 % | 18 % | 4,29 | – | sehr trocken, überdacht gelagert |
| 20 % | 25 % | 4,00 | −7 % | lufttrocken — Zielwert |
| 25 % | 33 % | 3,71 | −14 % | Grenzwert 1. BImSchV |
| 30 % | 43 % | 3,41 | −20 % | nach einem Sommer Lagerung |
| 40 % | 67 % | 2,83 | −34 % | nach einem Sommer Lagerung |
| 50 % | 100 % | 2,25 | −48 % | frisch geschlagen |
| 60 % | 150 % | 1,66 | −61 % | frisch geschlagen |
Wassergehalt oder Holzfeuchte — der häufigste Irrtum
Zwei Begriffe, zwei verschiedene Zahlen für denselben Zustand. Der Wassergehalt w beschreibt, welcher Anteil der Gesamtmasse Wasser ist. Die Holzfeuchte u setzt die Wassermasse dagegen ins Verhältnis zur Trockenmasse und kann deshalb sogar über 100 Prozent liegen. Umrechnung:
Formeln
u = w ÷ (100 − w) × 100 · w = u ÷ (100 + u) × 100
Beispiel: 20 % Wassergehalt = 25 % Holzfeuchte · 25 % Wassergehalt = 33 % Holzfeuchte
Das ist praktisch relevant, weil die 1. BImSchV den Wassergehalt begrenzt, viele Feuchtemessgeräte aber die Holzfeuchte anzeigen. Wer 25 auf dem Display sieht und Wassergehalt annimmt, liegt tatsächlich bei nur 20 Prozent — also im grünen Bereich. Umgekehrt entsprechen 33 Prozent Anzeige genau dem Grenzwert.
Richtig messen
Feuchtemessgeräte arbeiten über den elektrischen Widerstand: Wasser leitet, trockenes Holz nicht. Für ein brauchbares Ergebnis:
- Ein Scheit frisch aufspalten und im Kern messen — die Oberfläche ist trockener und täuscht.
- Bei Zimmertemperatur messen; kaltes Holz zeigt zu niedrige Werte.
- Die Elektroden längs zur Faser einstechen.
- Mehrere Scheite aus verschiedenen Stapelbereichen prüfen und den Mittelwert nehmen.
- Prüfen, ob das Gerät Wassergehalt oder Holzfeuchte anzeigt (siehe oben).
Richtig trocknen: was wirklich hilft
Holz trocknet über die Schnittflächen und die Rinde nur langsam — entscheidend ist deshalb das Spalten, weil es die verdunstende Oberfläche vervielfacht. Danach zählt Luft:
- Gespalten stapeln, nicht als Rundling lagern.
- Luftig aufsetzen: Abstand zur Wand, Stapel quer zur Hauptwindrichtung.
- Vom Boden weg auf Paletten oder Kanthölzern, damit keine Bodenfeuchte aufsteigt.
- Oben abdecken, Seiten offen lassen — Folie rundherum schließt Feuchte ein und fördert Schimmel.
- Sonnig und windig ist besser als warm und windstill.
- Zeit geben: Nadelholz etwa ein Jahr, Buche und Eiche ein bis zwei Jahre.
Warum zu feuchtes Holz auch schadet
Der Energieverlust ist nur ein Teil des Problems. Feuchtes Holz verbrennt bei niedrigerer Temperatur und damit unvollständig: Es entstehen deutlich mehr Feinstaub, Kohlenmonoxid und Teere. Diese setzen sich als Glanzruß im Schornstein ab, was die Versottungs- und Kaminbrandgefahr erhöht. Deshalb ist der Grenzwert von 25 Prozent keine Effizienz-, sondern eine Emissionsvorschrift.
Weiterrechnen
Den Energiegehalt Ihrer Holzmenge bei beliebiger Feuchte ermittelt der Holz-Rechner. Die Heizwerte aller Holzarten stehen unter Heizwert Holz, die Umrechnung der Handelsmaße unter Ster, Raummeter und Festmeter.
Häufige Fragen zur Restfeuchte
Wie viel Restfeuchte darf Brennholz haben?
Nach der 1. BImSchV darf in Deutschland nur Brennholz mit weniger als 25 Prozent Wassergehalt verfeuert werden. Sinnvoll und angestrebt sind 15 bis 20 Prozent: In diesem Bereich brennt Holz mit dem vollen Heizwert, sauber und mit geringer Feinstaubbildung.
Was ist der Unterschied zwischen Wassergehalt und Holzfeuchte?
Der Wassergehalt w bezieht das Wasser auf die Gesamtmasse des Holzes, die Holzfeuchte u auf die Trockenmasse. Deshalb ergeben dieselben Holzstücke unterschiedliche Zahlen: 20 Prozent Wassergehalt entsprechen 25 Prozent Holzfeuchte. Im Brennholzhandel und in der 1. BImSchV ist stets der Wassergehalt gemeint, viele Messgeräte zeigen aber die Holzfeuchte an.
Wie viel Energie kostet feuchtes Holz?
Bei 30 Prozent Wassergehalt gehen gegenüber trockenem Holz rund 20 Prozent des Heizwerts verloren, bei 50 Prozent etwa 45 Prozent. Der Grund: Das Wasser muss erst verdampfen, was je Kilogramm rund 0,68 kWh kostet, und zugleich enthält feuchtes Holz anteilig weniger brennbare Substanz.
Wie lange muss Brennholz trocknen?
Gespalten, luftig und regengeschützt gelagert brauchen Nadelhölzer etwa ein Jahr, Harthölzer wie Buche und Eiche ein bis zwei Jahre bis unter 20 Prozent Wassergehalt. Entscheidend sind Spalten (vergrößert die Oberfläche), Abstand zum Boden, Durchlüftung und ein Dach gegen Regen — nicht die Verpackung in Folie, die Feuchtigkeit einschließt.
Wie misst man die Restfeuchte richtig?
Mit einem Widerstandsmessgerät an einem frisch gespaltenen Scheit messen, nicht an der Außenfläche: Die Oberfläche trocknet schneller und zeigt zu niedrige Werte. Ideal ist die Messung im Kern eines mittig aufgespaltenen Scheits bei Zimmertemperatur. Mehrere Scheite prüfen, weil die Feuchte im Stapel schwankt.
Kann Holz zu trocken sein?
Für den Heizwert nein — trockener ist immer besser. In der Praxis brennt sehr trockenes Holz unter 10 Prozent allerdings schnell und heiß ab, was bei manchen Öfen zu unnötig hohen Temperaturen und kürzerer Brenndauer führt. Für Scheitholzöfen sind 15 bis 20 Prozent daher der praktische Idealbereich.