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Brennstoff · Heizöl

Heizwert Heizöl

Ein Liter Heizöl EL liefert rund 10,0 Kilowattstunden Heizwert — mit Brennwerttechnik werden daraus nutzbare 10,6 kWh. Hier stehen alle Kennwerte je Liter und Kilogramm, dazu ein Rechner für Verbrauch und Kosten.

Heizwert je Liter
10,0 kWh
Brennwert je Liter
10,6 kWh
je Kilogramm
11,9 kWh
CO₂ je kWh Wärme
346 g

Der Heizwert von Heizöl EL beträgt rund 10,0 Kilowattstunden pro Liter beziehungsweise 11,9 kWh pro Kilogramm (42,8 MJ/kg). Der Brennwert — also der obere Heizwert — liegt mit etwa 10,6 kWh je Liter höher, weil er die im Wasserdampf des Abgases gebundene Kondensationswärme mitzählt. Welche der beiden Zahlen zählt, hängt allein vom Kessel ab.

Wichtigste Erkenntnisse
  • Heizwert Hu: 10,0 kWh je Liter Heizöl — die Zahl für Verbrauchsrechnungen.
  • Brennwert Ho: 10,6 kWh je Liter, nutzbar nur mit Brennwertkessel.
  • Faustregel im Alltag: 1 Liter Heizöl ≈ 10 kWh ≈ 1 m³ Erdgas (10,4 kWh/m³).
  • Die Dichte von 0,84 kg/l verbindet die Angaben pro Liter und pro Kilogramm.

Heizwert Heizöl: alle Kennwerte

Heizöl extraleicht (EL) ist nach DIN 51603-1 genormt, sein Energiegehalt schwankt daher nur geringfügig. Weil Heizöl nach Volumen gehandelt, für physikalische Rechnungen aber die Masse gebraucht wird, sind beide Bezugsgrößen wichtig:

Heizwert, Brennwert und Kennwerte von Heizöl EL
GrößeWertBedeutung
Heizwert Hu je Liter10,0 kWhRechengröße für Verbrauch und Kosten
Brennwert Ho je Liter10,6 kWhinklusive Kondensationswärme des Wasserdampfes
Heizwert Hu je Kilogramm11,9 kWh= 42,8 MJ/kg
Dichte0,84 kg/lHeizöl EL nach DIN 51603-1
CO₂-Faktor je kWh Heizöl318 g/kWhVerbrennung inklusive Vorkette, bezogen auf eine Kilowattstunde eingekaufter Energie
CO₂ je kWh Wärme346 g/kWhderselbe Faktor geteilt durch den Nutzungsgrad von 92 % — so rechnen Startseite und Rechner
Zwei Kunststoff-Batterietanks für Heizöl im Keller, darüber Kupferleitung mit Absperrhahn
Typische Batterietank-Anlage im Keller. Aus dem Füllstand lässt sich der Jahresverbrauch ablesen — umgerechnet mit 10,0 kWh je Liter. Eine Füllung von 3.000 Litern entspricht damit rund 30.000 kWh.

Umrechnung: Liter, Kilogramm und Kilowattstunden

Weil Heizöl extra leicht nach Volumen verkauft, physikalisch aber über die Masse beschrieben wird, braucht man beide Bezugsgrößen. Mit der Dichte von 0,84 kg/l ergibt sich der Energiewert direkt: Aus 11,9 Kilowattstunden je Kilogramm werden 10,0 kWh je Liter. Für den direkten Vergleich mit Gas hilft die Faustregel, dass ein Liter Heizöl etwa einem Kubikmeter Erdgas entspricht — dessen Wert wird in Kilowattstunden pro Kubikmeter angegeben. Wer weitere Größen umrechnen will, nutzt den Einheiten-Umrechner.

Heizwert und Brennwert von Heizöl: der Unterschied

Bei der Verbrennung von Kohlenwasserstoffen entsteht neben CO₂ immer Wasser, das zunächst als Dampf im Abgas vorliegt. Die Energie, die zum Verdampfen aufgewendet wurde, ist im Heizwert nicht enthalten. Ein Brennwertkessel kühlt das Abgas so weit ab, dass der im Abgas enthaltene Wasserdampf kondensiert — die freiwerdende Kondensationswärme steht dann als zusätzliche Energie und damit als nutzbare Wärmeenergie im Heizkreislauf zur Verfügung. Der Brennwert von Heizöl beschreibt also die maximal nutzbare Wärmemenge, der Heizwert des Heizöls nur den Anteil ohne diese thermische Energie. Bei Heizöl gewinnt man so rund 6 Prozent mehr Energie, bei Erdgas etwa 11 Prozent, weil dessen Verbrennung mehr Wasserdampf erzeugt. Diese Effizienz der Heizung ist der Grund, warum moderne Heizkessel praktisch nur noch als Öl-Brennwertgeräte gebaut werden — sie nutzen den gesamten Brennwert statt nur den Heizwert.

Heizölverbrauch und Kosten berechnen

Aus Wohnfläche und Dämmzustand ergibt sich der Jahresbedarf in Kilowattstunden und daraus die benötigte Menge in Liter Heizöl. Der Rechner stellt die Kosten direkt neben Erdgas, Flüssiggas, Holzpellets und einer Wärmepumpe.

Nur den Ölverbrauch berechnen? Auf Heizölverbrauch berechnen finden Sie einen Rechner speziell für Heizöl — samt Verbrauchstabelle nach Wohnfläche und der Umrechnung von Litern in Kilowattstunden. Ob der Tank noch bis zum Frühjahr reicht, klärt Wie lange reicht mein Heizöl?.

Heizölverbrauch & Heizkosten berechnen

Aus Wohnfläche und Dämmzustand schätzt der Rechner Ihren jährlichen Wärmebedarf und rechnet ihn für jeden Energieträger in Menge, Kosten und CO₂ um — bei der Wärmepumpe in Kilowattstunden Strom.

m²
Wärmebedarf gesamt 15.400 kWh/Jahr Heizung 13.000 + Warmwasser 2.400 kWh
Spezifischer Bedarf 100 kWh/m²·a nur Heizwärme, ohne Warmwasser
Jahreskosten je Energieträger für 15.400 kWh Wärme
Energieträger Menge/Jahr Kosten/Jahr CO₂/Jahr in Kilogramm, gerechnet aus der Endenergie
Hackschnitzel (W30) 22,6 Schüttraummeter 725 € 399 kg
Scheitholz (Buche, lufttrocken) 9,2 Raummeter 1.008 € 481 kg
Flüssiggas (Propan) 1.270 kg 1.460 € 4.440 kg
Erdgas H 1.559 m³ 1.590 € 4.004 kg
Holzpellets (ENplus A1) 3,5 Tonne 1.622 € 462 kg
Erdgas L 1.801 m³ 1.657 € 4.004 kg
Wärmepumpe Luft/Wasser 4.529 kWh Strom 1.676 € 1.839 kg
Heizöl EL 1.674 Liter 2.867 € 5.323 kg
Wasserstoff 514 kg 4.882 € 0 kg

Richtwert, keine Abrechnung Der spezifische Bedarf (kWh je m² und Jahr) ist ein Erfahrungswert für den jeweiligen Baustandard; Nutzerverhalten, Lage und Anlage können ihn um ±30 % verschieben.

Wie gerechnet wird

Kosten = (Wärmebedarf ÷ Wirkungsgrad) ÷ Heizwert × Preis. CO₂ = Emissionsfaktor × Endenergie, also einschließlich der Kesselverluste; je Kilowattstunde Wärme entspricht das Faktor ÷ Wirkungsgrad.

Für die Wärmepumpe gilt dieselbe Formel eine Stufe weiter: Strom hat keinen Heizwert, eine Kilowattstunde Strom ist eine Kilowattstunde Endenergie — an die Stelle des Wirkungsgrads tritt die Jahresarbeitszahl, und aus der Formel wird Wärmebedarf ÷ JAZ × Strompreis. In der Spalte „Menge/Jahr“ steht dort folglich der Jahresstrombedarf in Kilowattstunden, nicht eine Liefermenge.

Woher die Preise kommen

Alle Preise brutto (inkl. MwSt.): Pellets Stand Oktober 2026 (DEPV), Heizöl Oktober 2026 (Weekly Oil Bulletin), die übrigen Brennstoffe Richtwerte Stand Juli 2026 — im Brennstoff-Vergleich anpassbar.

Woher die Zahlen der Wärmepumpen-Zeile kommen

Strom hat keinen Heizwert: 1 kWh Strom ist Endenergie, die Jahresarbeitszahl sagt, wie viel Wärme daraus wird. JAZ 3,4 als Feldmesswert (Einzelwerte 2,6–4,9), gemessen als Erzeugerarbeitszahl — die tatsächliche Jahresstromrechnung liegt wegen Speicher- und Verteilverlusten darüber. Gerechnet wird mit 37,0 ct je Kilowattstunde Haushaltsstrom (BDEW-Strompreisanalyse 08/2026, Stand August 2026) — ein Stichtagswert aus einer Erhebung und ausdrücklich kein laufend abgerufener Tagespreis. Die Arbeitszahl ist ein Feldmesswert: Fraunhofer ISE, Abschlussbericht „WP-QS im Bestand“, Kap. 5.3.1 — Erzeugerarbeitszahl (Bilanzgrenze 3: ohne Speicher- und Verteilverluste, ohne Heizkreispumpen), Stand November 2025 ; 49 ausgewertete Anlagen in Ein- bis Dreifamilienhäusern (55 vermessen), Messung im 30-Sekunden-Takt, Hauptauswertungsjahr 2024.

Der CO₂-Wert entsteht aus dem Emissionsfaktor des deutschen Strommix (406 g je Kilowattstunde Strom, Stand 2025 (vorläufig), veröffentlicht März 2026) und der Jahresstrommenge der Zeile. Je Kilowattstunde Wärme sind das 119 g — Strommix geteilt durch dieselbe Arbeitszahl. Anders als die Preise lässt sich die Arbeitszahl hier nicht überschreiben — wer mit einem Wärmepumpentarif, einer Sole/Wasser-Anlage oder seiner eigenen gemessenen JAZ rechnen will, nutzt den Brennstoff-Vergleich oder die Seite Strom und Wärmepumpe.

Heizöl im Vergleich zu anderen Energieträgern

Pro Kilogramm hat Heizöl mit 11,9 kWh einen höheren Energiegehalt als Erdgas bezogen auf den Kubikmeter (10,4 kWh/m³) und deutlich mehr als Holz. Propan als Flüssiggas liegt bei etwa 12,9 kWh/kg. Beim Preis je nutzbarer Kilowattstunde schneidet Heizöl derzeit schlechter ab als Erdgas und Holzpellets, bei den CO₂-Emissionen mit 346 g je Kilowattstunde Wärme am schlechtesten aller gängigen Brennstoffe (Emissionsfaktor 318 g je Kilowattstunde Heizöl, geteilt durch den Nutzungsgrad von 92 Prozent). Den tagesaktuellen Vergleich liefert der Brennstoff-Vergleich.

Was den Heizwert in der Praxis beeinflusst

Der thermisch nutzbare Anteil hängt weniger am Öl selbst als an der Anlage: Ein alter Konstanttemperaturkessel verliert einen erheblichen Teil über das heiße Abgas, ein Brennwertgerät holt fast den vollständigen oberen Heizwert heraus. Ebenfalls relevant sind schwefelarme Qualitäten, die Brennwertnutzung überhaupt erst dauerhaft erlauben, sowie eine korrekt eingestellte Verbrennung. Wer den Kessel regelmäßig warten lässt, holt oft mehrere Prozent zurück.

Fazit

Für alle Verbrauchsrechnungen gilt: 1 Liter Heizöl ≈ 10,0 kWh — die Faustregel „ein Liter ≈ 10 kWh“ trifft damit genau. Wer eine Brennwertanlage besitzt, darf mit 10,6 kWh rechnen. Ob sich ein Wechsel zu Erdgas, Pellets oder Scheitholz lohnt, zeigt der Heizkosten-Rechner mit Ihren eigenen Preisen.

Häufige Fragen zum Heizwert von Heizöl

Wie viele kWh hat 1 Liter Heizöl?

Ein Liter Heizöl EL enthält rund 10,0 Kilowattstunden als Heizwert (Hu). Rechnet man die im Wasserdampf des Abgases gebundene Kondensationswärme mit, ergibt der Brennwert (Ho) etwa 10,6 kWh pro Liter. Die im Alltag gebräuchliche Faustregel „1 Liter Heizöl ≈ 10 kWh“ trifft den Heizwert damit genau.

Was ist der Unterschied zwischen Heizwert und Brennwert bei Heizöl?

Der Heizwert lässt die Wärme außen vor, die im Wasserdampf des Abgases steckt; der obere Heizwert — der Brennwert — zählt sie mit. Bei Heizöl liegt der Brennwert rund 6 Prozent über dem Heizwert. Nur ein Öl-Brennwertkessel kann diese Kondensationswärme durch Abkühlen des Abgases nutzbar machen.

Wie viel Heizöl entspricht 1.000 kWh?

Für 1.000 Kilowattstunden Wärmeenergie benötigt man rund 100 Liter Heizöl, wenn man mit dem Heizwert von 10,0 kWh je Liter rechnet. Berücksichtigt man zusätzlich den Wirkungsgrad der Anlage von etwa 92 Prozent, sind es rund 109 Liter.

Ist Heizöl oder Erdgas effizienter?

Beide Energieträger erreichen mit Brennwerttechnik ähnlich hohe Nutzungsgrade. Erdgas hat den etwas größeren Vorteil durch Brennwertnutzung (rund 11 Prozent gegenüber 6 Prozent bei Heizöl), weil bei der Verbrennung mehr Wasserdampf entsteht. Ökologisch liegt Erdgas mit 260 g CO₂ je Kilowattstunde Wärme vor Heizöl mit 346 g. Die Emissionsfaktoren der Brennstoffe selbst betragen 247 g (Erdgas) und 318 g je Kilowattstunde Endenergie; für die Werte oben sind sie durch den Nutzungsgrad der Anlage geteilt (95 Prozent beim Gas-, 92 Prozent beim Öl-Brennwertkessel).

Wie berechnet man den Heizölverbrauch?

Multiplizieren Sie die Wohnfläche mit dem spezifischen Wärmebedarf des Gebäudes (unsaniert rund 220, saniert 100, Neubau 60 kWh je m² und Jahr), teilen Sie das Ergebnis durch den Wirkungsgrad und dann durch 10,0 kWh je Liter. Der Rechner auf dieser Seite übernimmt das inklusive Warmwasser.