Strom · Wärmepumpe
Stromverbrauch der Wärmepumpe
Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe ist keine Eigenschaft des Geräts, sondern eine Division: Wärmebedarf geteilt durch Jahresarbeitszahl. Beide Größen stehen hier getrennt — sie unterscheiden sich um genau diese Arbeitszahl, und ihre Verwechslung ist der häufigste Fehler in diesem Thema.
- Strom je Jahr
- 4.820 kWh · 140 m², JAZ 3,4
- Strom je Monat
- 400 kWh · Jahr ÷ 12
- Strom je Wintertag
- 21,4 kWh · 212 Heiztage
- Wärmepreis
- 10,9 ct/kWh am Gerät
„Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe?“ hat keine Geräteantwort. Der Verbrauch entsteht aus zwei Größen: dem Wärmebedarf des Hauses und der Jahresarbeitszahl der Anlage. Die erste hängt an Fläche, Dämmung und Personenzahl, die zweite an Vorlauftemperatur, Quelle und Einstellung. Geteilt ergeben sie die Kilowattstunden, die der Zähler zählt.
- Die Formel: kWh Wärme ÷ JAZ = kWh Strom. Im Referenzfall (140 m², Saniert, 3 Personen) sind das 16.400 kWh Wärme und bei JAZ 3,4 rund 4.820 kWh Strom im Jahr.
- Eine Zahl, drei Teiler: 4.820 kWh im Jahr sind 400 kWh im Monatsmittel und 21,4 kWh je Tag in der Heizperiode. Deshalb gibt es dafür keine getrennten Seiten.
- Die Arbeitszahl entscheidet linear. Dieselbe Wohnung braucht am unteren Rand der Feldmesswerte (JAZ 2,6) 6.310 kWh, am oberen (JAZ 4,9) 3.350 kWh Strom.
- Gemessen ist nicht gerechnet: Die Feldwerte sind Erzeugerarbeitszahlen (Bilanzgrenze 3) und beschreiben die Wärme am Gerät. Für die echte Stromrechnung gilt die Systemarbeitszahl, und die lag im Vergleichskollektiv rund 15 Prozent niedriger.
Stromverbrauch-Rechner: kWh pro Jahr, Monat und Wintertag
Aus Wohnfläche, Dämmzustand und Personenzahl entsteht der Jahres-Wärmebedarf; geteilt durch die Jahresarbeitszahl ergibt er den Strombezug der Wärmepumpe. Beide Zahlen stehen getrennt — sie unterscheiden sich um den Faktor der Arbeitszahl.
Wärmebedarf 16.400 kWh/Jahr (Heizung 14.000 + Warmwasser 2.400 kWh) ÷ JAZ = Stromverbrauch. Zum Gegenrechnen: 34,5 kWh Strom je m² und Jahr.
Richtwert, keine Abrechnung Der spezifische Bedarf (100 kWh je m² und Jahr für den gewählten Zustand) ist ein Erfahrungswert; Nutzerverhalten, Lage und Anlage können ihn um ±30 % verschieben. Die Arbeitszahl ist die zweite Unsicherheit: Sie entscheidet linear über das Ergebnis.
Wie gerechnet wird
Wärmebedarf = Wohnfläche × Gebäudekennwert + Personen × 800 kWh. Stromverbrauch = Wärmebedarf ÷ JAZ. Stromkosten = Stromverbrauch × Strompreis. Wärmepreis = Strompreis ÷ JAZ.
Der Monatswert ist der Jahreswert ÷ 12 — ein Rechenmittel und kein Monatsverbrauch: Im Januar liegt der Bezug deutlich höher, im Juli bleibt fast nur das Warmwasser. Der Tageswert gilt für die Heizperiode (1. Oktober bis 30. April, 212 Tage): Die Raumwärme wird durch 212 Tage geteilt, das Warmwasser durch 365 — es läuft auch im Sommer.
Die Arbeitszahlen der Chips sind Erzeugerarbeitszahlen nach Bilanzgrenze 3 (Fraunhofer ISE, Abschlussbericht „WP-QS im Bestand“, Kap. 5.3.1 — Erzeugerarbeitszahl (Bilanzgrenze 3: ohne Speicher- und Verteilverluste, ohne Heizkreispumpen), Stand November 2025). Sie beschreiben die Wärme am Gerät. Der tatsächliche Jahresstrombezug liegt höher, weil Speicher- und Verteilverluste sowie die Heizkreispumpen darin nicht enthalten sind.
Stromverbrauch nach Wohnfläche und Dämmstandard
Alle Werte für 3 Personen (Warmwasser 800 kWh Wärme je Person und Jahr) und eine Jahresarbeitszahl von 3,4, dem Feldmittel für Luft/Wasser-Wärmepumpen. Oben die Kilowattstunden Strom, darunter die Stromkosten bei 37,0 ct/kWh:
| Wohnfläche | Unsaniert 220 kWh/m² | Teilsaniert 150 kWh/m² | Saniert 100 kWh/m² | Neubau 60 kWh/m² | Effizienzhaus 55 / KfW 35 kWh/m² | Passivhaus 15 kWh/m² |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 60 m² | 4.590 1.700 € | 3.350 1.240 € | 2.470 910 € | 1.760 650 € | 1.320 490 € | 970 360 € |
| 80 m² | 5.880 2.180 € | 4.240 1.570 € | 3.060 1.130 € | 2.120 780 € | 1.530 570 € | 1.060 390 € |
| 100 m² | 7.180 2.660 € | 5.120 1.890 € | 3.650 1.350 € | 2.470 910 € | 1.740 640 € | 1.150 420 € |
| 120 m² | 8.470 3.130 € | 6.000 2.220 € | 4.240 1.570 € | 2.820 1.040 € | 1.940 720 € | 1.240 460 € |
| 140 m² | 9.760 3.610 € | 6.880 2.550 € | 4.820 1.780 € | 3.180 1.180 € | 2.150 790 € | 1.320 490 € |
| 160 m² | 11.060 4.090 € | 7.760 2.870 € | 5.410 2.000 € | 3.530 1.310 € | 2.350 870 € | 1.410 520 € |
| 200 m² | 13.650 5.050 € | 9.530 3.530 € | 6.590 2.440 € | 4.240 1.570 € | 2.760 1.020 € | 1.590 590 € |
Was die Tabelle nicht leistet Sie zeigt den Strom EINES Energieträgers. Eine Gegenüberstellung mit Gas, Öl, Pellets und Scheitholz in Euro je Jahr steht im Brennstoff-Vergleich.
Stromverbrauch pro Jahr
Der Jahreswert ist die Bezugsgröße jeder Stromrechnung und die einzige Zahl, die sich mit einem Zählerstand prüfen lässt. Er entsteht in zwei Schritten: Wärmebedarf aus Fläche, Gebäudekennwert und Personenzahl, dann Division durch die Arbeitszahl. Für den Referenzhaushalt sind das 14.000 kWh Raumwärme plus 2.400 kWh Warmwasser, zusammen 16.400 kWh Wärme — und geteilt durch 3,4 rund 4.820 kWh Strom.
Derselbe Haushalt im unsanierten Zustand (220 kWh/m²·a) kommt auf rund 9.760 kWh, als Neubau (60 kWh/m²·a) auf rund 3.180 kWh. Der Gebäudezustand verschiebt den Verbrauch also um den Faktor 3,1 — deutlich stärker als jede realistische Differenz zwischen zwei Geräten.
Stromverbrauch pro Monat
Der Monatswert ist der Jahreswert geteilt durch 12, im Referenzfall rund 400 kWh. Diese Zahl passt zum monatlichen Abschlag, nicht zum Januar: Sie ist ein Rechenmittel. In den Wintermonaten liegt der Bezug deutlich darüber, im Sommer bleibt fast nur das Warmwasser übrig — über das ganze Jahr sind das 710 kWh Strom.
Stromverbrauch pro Tag im Winter
Hier entscheidet der Teiler. Eine Heizperiode ist nicht das Jahr: Üblich ist der Zeitraum 1. Oktober bis 30. April, das sind 212 Tage. Die Raumwärme fällt ausschließlich in diesen Zeitraum, das Warmwasser läuft an allen 365 Tagen. Beides durch 365 zu teilen weist den Winterwert deshalb systematisch zu niedrig aus:
| Zeitbezug | kWh Strom | Teiler | Was die Zahl aussagt |
|---|---|---|---|
| pro Jahr | 4.824 | — | Wärmebedarf ÷ JAZ. Die Bezugsgröße jeder Stromrechnung. |
| pro Monat | 402 | ÷ 12 | Rechenmittel, kein Monatsverbrauch: Im Januar liegt der Bezug deutlich höher, im Juli bleibt fast nur das Warmwasser. |
| pro Tag in der Heizperiode | 21,4 | ÷ 212 bzw. ÷ 365 | Raumwärme durch die 212 Tage der Heizperiode (1. Oktober bis 30. April), Warmwasser durch 365 Tage — es läuft auch im Sommer. |
| pro Tag im Jahresmittel | 13,2 | ÷ 365 | Nur zum Gegenrechnen. Diese Zahl trifft keinen einzelnen Tag: im Winter liegt der Bezug darüber, im Sommer darunter. |
Auch 21,4 kWh sind noch ein Mittel über die Heizperiode. An einem Frosttag liegt der Bezug darüber, und zwar doppelt: Die Heizlast steigt, und die Leistungszahl einer Luft/Wasser-Wärmepumpe sinkt mit der Außentemperatur, weil der Temperaturhub größer wird. Kommen Abtauzyklen oder der Elektroheizstab hinzu — der arbeitet mit Arbeitszahl 1 —, verschiebt sich der Tageswert weiter nach oben. Im Oktober und April liegt er entsprechend darunter.
Erdwärmepumpe: Stromverbrauch bei Sole/Wasser
Eine Erdwärmepumpe arbeitet mit einer Quelle, die über das Jahr fast konstant bleibt, während die Außenluft genau dann am kältesten ist, wenn die Heizlast am höchsten liegt. Im Feld schlägt sich das als höhere Arbeitszahl nieder: Sole/Wasser 4,3 gegen Luft/Wasser 3,4.
| Bauart | JAZ (Feldmittel) | kWh Strom/Jahr | Stromkosten/Jahr | ct/kWh Wärme | CO₂ je kWh Wärme |
|---|---|---|---|---|---|
| Luft/Wasser | 3,4 | 4.820 | 1.780 € | 10,88 | 119 g |
| Sole/Wasser | 4,3 | 3.810 | 1.410 € | 8,60 | 94 g |
Das sind rund 21 Prozent weniger Strom bei gleichem Wärmebedarf. Die CO₂-Werte in der letzten Spalte gelten je Kilowattstunde Wärme und entstehen aus dem Emissionsfaktor des deutschen Strommix (406 g je Kilowattstunde Strom, Stand 2025 (vorläufig), veröffentlicht März 2026) geteilt durch dieselbe Arbeitszahl.
Kleine Stichprobe, enge Bauart 13 ausgewertete Anlagen (16 vermessen), ausnahmslos mit Erdwärmesonden — für Flächenkollektoren und Grundwasser liegen keine Werte vor; Hauptauswertungsjahr 2024. Was eine Erdwärmeanlage kostet, ob eine Sonde genehmigungsfähig ist und welche Förderung greift, ist nicht Thema dieser Seite — hier steht nur, was sich aus Arbeitszahl und Strompreis rechnen lässt.
Warmwasser und Brauchwasserwärmepumpe
Das Warmwasser ist der Teil des Verbrauchs, der nicht am Gebäude hängt, sondern an den Menschen darin. Das Modell dieser Seite rechnet mit 800 kWh Wärme je Person und Jahr; bei einer Arbeitszahl von 3,4 sind das rund 235 kWh Strom je Person, im Referenzhaushalt 710 kWh und damit 15 Prozent des Gesamtstroms. Die Feldstudie weist 19 Prozent der erzeugten Wärme als Trinkwassererwärmung aus — dieselbe Größenordnung, aber als Wärme- und nicht als Stromanteil.
Dieser Anteil wiegt schwerer, als sein Umfang vermuten lässt: Trinkwasser braucht eine höhere Temperatur als eine Flächenheizung, die Arbeitszahl fällt in diesem Betrieb also ab. Genau hier liegt ein großer Teil des Abstands zwischen Erzeuger- und Systemarbeitszahl, denn Speicherverluste fallen ganzjährig an — auch im Sommer, wenn keine Raumwärme mehr gebraucht wird.
Eine Brauchwasserwärmepumpe macht nur dieses eine Geschäft: Sie erwärmt Trinkwasser, meist mit der Luft des Aufstellraums als Quelle. Für diese Bauart liegen in der hier verwendeten Feldstudie keine Arbeitszahlen vor, und ein Laborwert nach Gerätenorm ist keine Jahresmessung. Deshalb steht auf dieser Seite keine Zahl dafür — wer eine eigene hat, trägt sie oben im Rechner als Arbeitszahl ein und lässt Fläche und Gebäudekennwert auf null, dann bleibt nur der Warmwasseranteil stehen.
Plausibilisieren: Kilowattstunden Strom je Quadratmeter
Der schnellste Gegencheck für jeden Verbrauchswert ist ein Flächenwert: Gebäudekennwert geteilt durch die Arbeitszahl ergibt die Kilowattstunden Strom je Quadratmeter und Jahr für die Raumwärme. Das Warmwasser bleibt hier bewusst draußen, weil es an der Personenzahl hängt und nicht an der Fläche — rund 235 kWh Strom je Person und Jahr kommen also noch dazu.
| Gebäudezustand | Wärmebedarf kWh/m²·a | Luft/Wasser JAZ 3,4 | Sole/Wasser JAZ 4,3 |
|---|---|---|---|
| Unsaniert (vor 1979) | 220 | 64,7 | 51,2 |
| Teilsaniert (1979–1995) | 150 | 44,1 | 34,9 |
| Saniert (1995–2010) | 100 | 29,4 | 23,3 |
| Neubau (ab 2010, EnEV/GEG) | 60 | 17,6 | 14,0 |
| Effizienzhaus 55 / KfW | 35 | 10,3 | 8,1 |
| Passivhaus | 15 | 4,4 | 3,5 |
Liegt Ihr Zählerwert weit außerhalb dieser Spalten, ist in der Regel eine von zwei Annahmen falsch: die Arbeitszahl oder der Gebäudekennwert. Beides lässt sich prüfen — die Arbeitszahl aus zwei Zählerständen über ein Betriebsjahr (Wärmemengenzähler geteilt durch Stromzähler, Rechner auf Jahresarbeitszahl), der Gebäudekennwert aus dem Verbrauch der Vorheizung.
Warum die Arbeitszahl im Altbau niedriger liegt
Eine Wärmepumpe hebt Wärme von der Quellentemperatur auf die Vorlauftemperatur. Je größer dieser Hub, desto mehr elektrische Arbeit kostet jede Kilowattstunde Wärme — das ist Thermodynamik und keine Produkteigenschaft. Im Altbau ist der Hub größer, weil die vorhandenen Heizflächen klein sind und ihre Leistung über eine hohe Temperatur erbringen müssen. Dieselbe Anlage, die mit einer Flächenheizung am oberen Rand der Feldmesswerte arbeitet, landet an alten Radiatoren am unteren.
Was das kostet, zeigt derselbe Haushalt an beiden Rändern der gemessenen Einzelwerte für Luft/Wasser: bei JAZ 2,6 rund 6.310 kWh Strom im Jahr (14,23 ct/kWh Wärme), bei JAZ 4,9 rund 3.350 kWh (7,55 ct/kWh). Das Gebäude ist in beiden Fällen identisch; der Unterschied steckt allein in der Arbeitszahl.
Die wirksamste Stellgröße ist deshalb die Heizkurve — wie weit die Vorlauftemperatur überhaupt steigen muss. Was sich daran einstellen lässt, welche Heizflächen welche Temperatur brauchen und warum die Normheizkurve optimistischer ist als die Praxis, steht auf Vorlauftemperatur und Arbeitszahl.
Nicht repräsentativ, und das gehört dazu 49 ausgewertete Anlagen in Ein- bis Dreifamilienhäusern (55 vermessen), Messung im 30-Sekunden-Takt, Hauptauswertungsjahr 2024. Der Sanierungsstand der untersuchten Gebäude liegt über dem Bundesdurchschnitt, ein großer Teil der Anlagen wurde von den beteiligten Herstellern eingebracht, und das Hauptauswertungsjahr war mild. Die Werte beschreiben eine gut dokumentierte, aber überdurchschnittlich sanierte Auswahl — nicht „den deutschen Altbau“.
Erzeuger- oder Systemarbeitszahl: welche Zahl die Stromrechnung trifft
Alle Arbeitszahlen auf dieser Seite sind Erzeugerarbeitszahlen nach Bilanzgrenze 3: Gemessen wird die Wärme unmittelbar nach der Wärmepumpe, elektrisch enthalten sind Verdichter, Inverter, der Antrieb im Quellenkreis, die Steuerung und der Elektroheizstab. Nicht enthalten sind Speicherladepumpen, Heizkreispumpen sowie Speicher- und Verteilverluste. Für die Rechnung heißt das: „Wärmebedarf ÷ JAZ“ trifft die Wärme am Gerät, nicht die im Raum — der tatsächliche Jahresstrombezug liegt höher.
Wie viel höher, steht im selben Bericht: Die Systemarbeitszahl (Bilanzgrenze 5) eines gemischten Kollektivs aus 36 Anlagen lag rund 15 Prozent unter der Erzeugerarbeitszahl, 3,1 gegen 3,6. Der Treiber ist dabei nicht der Pumpenstrom — der macht nur 1,2 Prozent der elektrischen Arbeit aus —, sondern die Wärmedifferenz zwischen den Bilanzgrenzen, vor allem beim Trinkwarmwasser.
Diese Differenz wird hier nicht als Faktor eingerechnet, und das ist Absicht: Sie wurde an einem gemischten Kollektiv gemessen und nicht je Bauart. „JAZ 3,4 mal 0,85“ wäre eine eigene Extrapolation und kein Messwert. Wer seinen Jahresstrombezug konservativ abschätzen will, setzt im Rechner oben stattdessen eine niedrigere Arbeitszahl ein — oder besser die eigene, aus zwei Zählerständen über ein Betriebsjahr. Wo die Zähler sitzen, entscheidet dann über die Bilanzgrenze.
Quelle aller Arbeitszahlen: Fraunhofer ISE, Abschlussbericht „WP-QS im Bestand“, Stand November 2025 (Schlussbericht als PDF). Die Gegenüberstellung der beiden Bilanzgrenzen steht dort in Kap. 5.3.1, Stand November 2025. Die im Feld gemessenen Einzelwerte über alle belegten Bauarten liegen zwischen 2,6 und 5,4. Strompreis: 37,0 ct/kWh Haushaltsstrom, BDEW-Strompreisanalyse 08/2026 — Haushaltsstrom, Normaltarif bei 3.500 kWh/a, Neukundentarife (nicht mengengewichtet), brutto, Stand August 2026. Für Luft/Luft-Geräte (Split-Klimageräte im Heizbetrieb) gibt es keine Feldstudie mit belastbarer Stichprobe — nur Laborwerte nach Gerätenorm, und die sind keine Jahresmessung. Deshalb steht auf dieser Seite keine Zahl dafür.
Häufige Fragen zum Stromverbrauch
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe pro Jahr?
So viel, wie der Wärmebedarf durch die Jahresarbeitszahl ergibt. Für ein 140 m² großes Haus im Zustand „Saniert (1995–2010)“ (100 kWh je m² und Jahr) mit 3 Personen sind das 16.400 kWh Wärme; bei einer Arbeitszahl von 3,4 werden daraus rund 4.820 kWh Strom im Jahr. Dasselbe Haus unsaniert (220 kWh/m²·a) kommt auf rund 9.760 kWh, als Neubau (60 kWh/m²·a) auf rund 3.180 kWh. Die Arbeitszahl ist dabei ein Feldmesswert nach Bilanzgrenze 3, also die Wärme am Gerät — der tatsächliche Jahresstrombezug liegt darüber.
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe pro Tag im Winter?
Im Referenzfall rund 21,4 kWh je Tag. Gerechnet wird mit zwei Teilern, weil die beiden Anteile unterschiedlich lange anfallen: Die Raumwärme verteilt sich auf die 212 Tage der Heizperiode (1. Oktober bis 30. April), das Warmwasser auf alle 365 Tage. Wer den Jahreswert einfach durch 365 teilt, landet bei 13,2 kWh und damit zu niedrig. An einem Frosttag liegt der Bezug außerdem über diesem Mittel: Die Heizlast steigt, die Leistungszahl der Luft/Wasser-Wärmepumpe sinkt, und bei Abtauzyklen oder Heizstabbetrieb kommt beides zusammen.
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe pro Monat?
Der Jahreswert geteilt durch 12, im Referenzfall rund 400 kWh je Monat. Das ist ein Rechenmittel und kein Monatsverbrauch — es passt zum monatlichen Abschlag, nicht zum Januar. In den Wintermonaten liegt der Bezug deutlich darüber, im Sommer bleibt nur das Warmwasser, im Referenzfall rund 710 kWh über das ganze Jahr.
Wie viel Strom verbraucht eine Erdwärmepumpe?
Weniger als eine Luft/Wasser-Wärmepumpe, weil die Quellentemperatur im Erdreich über das Jahr fast konstant bleibt. Im Feld gemessen: Sole/Wasser 4,3 gegen Luft/Wasser 3,4. Für den Referenzhaushalt sind das rund 3.810 kWh statt 4.820 kWh Strom im Jahr, also etwa 21 Prozent weniger, und 8,60 statt 10,88 ct je Kilowattstunde Wärme. Die Stichprobe ist allerdings klein und besteht ausnahmslos aus Erdwärmesonden: 13 ausgewertete Anlagen (16 vermessen), ausnahmslos mit Erdwärmesonden — für Flächenkollektoren und Grundwasser liegen keine Werte vor; Hauptauswertungsjahr 2024.
Wie viele Kilowattstunden Strom je Quadratmeter sind normal?
Als Faustwert zum Gegenrechnen: Gebäudekennwert geteilt durch die Arbeitszahl. Bei 100 kWh je m² und Jahr und einer Arbeitszahl von 3,4 sind das 29,4 kWh Strom je m² und Jahr für die Raumwärme, unsaniert 64,7 kWh, im Neubau 17,6 kWh. Das Warmwasser kommt separat dazu, weil es an der Personenzahl hängt und nicht an der Fläche: rund 235 kWh Strom je Person und Jahr. Liegt Ihr Zählerwert weit außerhalb, stimmt entweder die angenommene Arbeitszahl nicht oder der Gebäudekennwert.
Warum liegt der echte Stromverbrauch über dem gerechneten Wert?
Weil die gemessenen Arbeitszahlen Erzeugerarbeitszahlen sind (Bilanzgrenze 3). Sie beschreiben die Wärme unmittelbar am Gerät; Speicher- und Verteilverluste und die Heizkreispumpen sind nicht enthalten. Die Systemarbeitszahl desselben Berichts lag in einem gemischten Kollektiv aus 36 Anlagen rund 15 Prozent niedriger (3,1 gegen 3,6). Treiber ist nicht der Pumpenstrom — der macht nur 1,2 Prozent der elektrischen Arbeit aus —, sondern die Wärmedifferenz zwischen den Bilanzgrenzen, vor allem beim Trinkwarmwasser. Wer die Jahresstromrechnung treffen will, rechnet mit den Mittelwerten also zu günstig. Multipliziert wird hier trotzdem nichts: Die rund 15 Prozent wurden am gemischten Kollektiv gemessen und nicht je Bauart.
Wie viel Strom braucht das Warmwasser?
Im Modell dieser Seite 800 kWh Wärme je Person und Jahr, bei einer Arbeitszahl von 3,4 also rund 235 kWh Strom je Person. Im Referenzhaushalt mit 3 Personen sind das 710 kWh im Jahr und damit 15 Prozent des Gesamtstroms. Die Feldstudie weist 19 Prozent der erzeugten Wärme als Trinkwassererwärmung aus — dieselbe Größenordnung, aber eine Wärme- und keine Stromgröße. Der Warmwasseranteil arbeitet mit höherer Vorlauftemperatur und damit schlechterer Arbeitszahl als die Raumheizung; genau darin liegt ein großer Teil des Abstands zwischen Erzeuger- und Systemarbeitszahl.
Weiterrechnen
- Jahresarbeitszahl, COP und SCOP — woher die Zahl kommt, mit der hier geteilt wird, und wie Sie Ihre eigene aus zwei Zählerständen ermitteln.
- Vorlauftemperatur und Arbeitszahl — die wirksamste Stellgröße für den Stromverbrauch.
- Brennstoff-Vergleich — dieselbe Wärme einmal mit Gas, Öl, Pellets, Scheitholz und Wärmepumpe, in Euro je Jahr.