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Holz · Trocknen und Lagern

Brennholz trocknen

Trocknen ist die günstigste Effizienzmaßnahme beim Heizen mit Holz: Sie kostet nur Zeit und Platz, bringt aber rund die Hälfte mehr Wärme aus derselben Holzmasse. Hier steht, wie es richtig geht.

Nadelholz
9–12 Monate
Buche
18–24 Monate
Eiche
24–36 Monate
Zielwert
< 20 %

Frisch geschlagenes Holz enthält rund 50 Prozent Wasser und liefert damit nur etwa 2,25 kWh je Kilogramm. Nach ein bis zwei Sommern luftiger Lagerung sinkt der Wassergehalt unter 20 Prozent — der Heizwert steigt auf rund 4,12 kWh/kg, also gut 83 Prozent mehr aus derselben Menge Holz. Wie lange es dauert, hängt an der Holzart; wie gut es funktioniert, hängt am Stapel.

Die sechs Regeln in Kurzform
  • Spalten — Rundlinge trocknen kaum, die Rinde sperrt.
  • Aufbocken — auf Paletten, nie direkt auf den Boden.
  • Abstand halten — mindestens 10 cm zur Wand.
  • Quer zum Wind stapeln, locker schichten.
  • Nur oben abdecken — Seiten offen, sonst Schimmel.
  • Messen statt schätzen: unter 20 % Wassergehalt.

Trocknungsdauer nach Holzart

Die Angaben gelten für gespaltenes Scheitholz, luftig und regengeschützt gelagert. Gerechnet wird sinnvollerweise in Sommern, nicht in Monaten — im Winter trocknet Holz praktisch nicht.

Wie lange verschiedene Holzarten bis unter 20 % Wassergehalt brauchen
Holzart Dauer (Monate) Dichte Besonderheit
Fichte, Tanne 9–12 leicht Trocknet am schnellsten, geringe Dichte, wenig Kernholz.
Kiefer, Lärche 12 leicht Harzreich — Harz tritt beim Trocknen aus, das ist normal.
Birke, Erle, Pappel 12–18 mittel Birkenrinde ist wasserdicht: unbedingt spalten, sonst schimmelt es.
Esche 12–18 mittel Startet mit relativ niedriger Feuchte, deshalb vergleichsweise schnell.
Buche 18–24 schwer Der Klassiker — braucht zwei Sommer, neigt frisch zu Stockflecken.
Eiche, Robinie 24–36 schwer Sehr dicht; Eiche zusätzlich gerbsäurehaltig, erste Regenmonate auswaschen lassen.

Faustregel Je dichter das Holz, desto länger dauert es. Nadelholz braucht einen Sommer, Buche zwei, Eiche drei. Wer im Winter einschlägt und sofort spaltet, gewinnt eine ganze Trocknungssaison.

So wird richtig gestapelt

1

Spalten

Auf ofenfertige Stärke spalten — 8 bis 12 cm Kantenlänge. Das Spalten öffnet das Holz und vervielfacht die Fläche, über die Wasser verdunsten kann. Rundlinge trocknen selbst nach Jahren kaum durch.

2

Platz wählen

Sonnig und luftig, idealerweise die Südseite mit freier Anströmung. Wind ist wichtiger als Wärme: Ein schattiger, aber zugiger Platz schlägt eine windstille Sonnenlage.

3

Unterbau setzen

Paletten, Kanthölzer oder Betonsteine unterlegen, damit 5 bis 10 cm Luft unter dem Stapel bleiben. Ohne Unterbau zieht Bodenfeuchte nach oben und die unteren Lagen verrotten.

4

Locker schichten

Quer zur Hauptwindrichtung aufsetzen, mindestens 10 cm Wandabstand. Die Scheite nicht pressen — zwischen den Lagen soll Luft durchstreichen. Rinde nach oben legt das Wasser besser ab.

5

Oben abdecken

Eine Plane, Wellblech oder ein Vordach über den Stapel, mit Überstand. Die Seiten bleiben offen. Ein rundum eingepackter Stapel schimmelt statt zu trocknen.

6

Messen

Nach ein bis zwei Sommern ein Scheit frisch aufspalten und im Kern messen. Unter 20 Prozent Wassergehalt ist der Zielbereich, über 25 Prozent verbietet die 1. BImSchV das Verfeuern.

Die häufigsten Fehler

Typische Lagerfehler und was stattdessen zu tun ist
FehlerFolgeBesser
Rundlinge nicht gespalten gelagertDie Rinde wirkt wie eine Sperrschicht — das Holz trocknet kaum und fault von innen.Immer spalten, das vervielfacht die Verdunstungsfläche.
Stapel komplett in Folie gepacktFeuchtigkeit kann nicht entweichen, es bildet sich Kondenswasser und Schimmel.Nur oben abdecken, Seiten offen lassen.
Direkt auf dem Boden gestapeltBodenfeuchte zieht nach oben, die untersten Lagen verrotten.Auf Paletten oder Kanthölzer setzen, 5–10 cm Luft darunter.
Direkt an die Hauswand gestapeltKeine Luftzirkulation auf der Rückseite, dazu Feuchteschäden an der Wand.Mindestens 10 cm Abstand zur Wand halten.
Im Keller oder in der Garage gelagertZu wenig Luftbewegung; das Holz bleibt feucht und muffelt.Draußen trocknen, erst die Wochenration ins Haus holen.
Nach Gefühl statt gemessen verfeuertÜber 25 % Wassergehalt ist das Verfeuern unzulässig und verrußt den Schornstein.Mit dem Messgerät am frisch gespaltenen Scheit im Kern prüfen.

Wie viel bringt das Trocknen konkret?

Ziehen Sie den Regler auf Ihren gemessenen Wert — der Rechner zeigt den verbleibenden Heizwert und den Verlust gegenüber trockenem Holz:

Was kostet die Restfeuchte an Heizwert?

Ziehen Sie den Regler auf den gemessenen Wert — der Rechner zeigt den verbleibenden Heizwert, den Energieverlust gegenüber trockenem Holz und ob das Holz nach 1. BImSchV verfeuert werden darf.

Noch zu feucht Über 25 % Wassergehalt darf nach 1. BImSchV nicht verfeuert werden.
Heizwert bei dieser Feuchte 2,83 kWh/kg trocken (15 %): 4,29 kWh/kg
Energieverlust 34 % gegenüber trockenem Holz
Holzfeuchte u 67 % auf Trockenmasse bezogen
Wasser je Raummeter 0 l muss verdampft werden

So wird gerechnet: Hu(w) = Hu,darr × (1 − w) − 0,68 × w. Der erste Term ist der Anteil brennbarer Holzmasse, der zweite der Energieaufwand zum Verdampfen des Wassers. Wassergehalt w bezieht sich auf die Gesamtmasse, die Holzfeuchte u auf die Trockenmasse — beide werden häufig verwechselt.

Warum feuchtes Holz auch dem Ofen schadet

Der Energieverlust ist nur die eine Seite. Feuchtes Holz verbrennt bei niedrigerer Temperatur und damit unvollständig: Es entstehen deutlich mehr Feinstaub, Kohlenmonoxid und Teere. Diese schlagen sich als Glanzruß im Schornstein nieder — das erhöht die Versottungsgefahr und im Extremfall das Risiko eines Kaminbrands. Auch die Sichtscheibe des Ofens verrußt schneller. Genau deshalb ist der Grenzwert von 25 Prozent in der 1. BImSchV keine Effizienz-, sondern eine Emissionsvorschrift.

Technische Trocknung — lohnt das?

Kammergetrocknetes Holz kommt auf 12 bis 15 Prozent Wassergehalt und ist sofort einsetzbar. Es kostet allerdings deutlich mehr, weil die Trocknung Energie verbraucht. Sinnvoll ist es, wenn kein Lagerplatz vorhanden ist oder kurzfristig Holz gebraucht wird. Wer Platz und zwei Jahre Vorlauf hat, fährt mit Selbsttrocknung erheblich günstiger — der Unterschied im Heizwert zwischen 15 und 20 Prozent Wassergehalt ist gering.

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Die Grenzwerte und die Unterscheidung zwischen Wassergehalt und Holzfeuchte stehen unter Restfeuchte bei Brennholz. Die Heizwerte aller Holzarten finden Sie unter Heizwert Holz, die Umrechnung der Handelsmaße unter Ster, Raummeter und Festmeter. Wie viel Energie in Ihrem Stapel steckt, rechnet der Holz-Rechner aus.

Häufige Fragen zum Trocknen von Brennholz

Wie lange muss Brennholz trocknen?

Gespalten, luftig und regengeschützt gelagert brauchen Nadelhölzer wie Fichte und Kiefer etwa 9 bis 12 Monate. Buche benötigt 18 bis 24 Monate, Eiche und Robinie sogar bis zu drei Jahre. Entscheidend ist nicht die Zeit allein, sondern das Ergebnis: unter 20 Prozent Wassergehalt, gemessen im Kern eines frisch gespaltenen Scheits.

Wie stapelt man Brennholz richtig?

Auf Paletten oder Kanthölzern mit Luft nach unten, mindestens 10 Zentimeter Abstand zur Wand, quer zur Hauptwindrichtung und nur oben abgedeckt. Die Scheite locker schichten, nicht pressen — zwischen den Lagen soll Luft strömen können. Ein sonniger, windiger Platz trocknet schneller als ein warmer, aber windstiller.

Kann man Brennholz mit Folie abdecken?

Nur oben. Eine Plane über dem Stapel hält Regen ab und ist sinnvoll. Wird der Stapel dagegen rundherum eingepackt, kann die Feuchtigkeit nicht entweichen: Es bildet sich Kondenswasser, das Holz schimmelt und bleibt feucht. Die Seiten müssen offen bleiben.

Wie viel Energie bringt das Trocknen zusätzlich?

Sehr viel. Frisch geschlagene Buche mit rund 50 Prozent Wassergehalt liefert etwa 2,25 kWh je Kilogramm, lufttrocken mit 18 Prozent dagegen rund 4,12 kWh — das sind gut 83 Prozent mehr aus derselben Holzmasse. Das Trocknen ist damit die günstigste Effizienzmaßnahme überhaupt, sie kostet nur Zeit und Platz.

Woran erkennt man trockenes Brennholz?

Zuverlässig nur mit einem Feuchtemessgerät im Kern eines frisch gespaltenen Scheits. Als grobe Hinweise dienen: deutlich leichteres Gewicht, Risse an den Stirnseiten, ein heller Klang beim Aneinanderschlagen zweier Scheite und eine gelöste, sich ablösende Rinde. Diese Anzeichen ersetzen die Messung aber nicht.

Trocknet Holz im Winter?

Kaum. Die Trocknung läuft fast ausschließlich von Frühjahr bis Herbst, weil sie Wärme und Luftbewegung braucht. Deshalb zählt man in Sommern, nicht in Monaten: Buche braucht zwei Sommer. Im Winter geschlagenes Holz sollte sofort gespalten und aufgesetzt werden, damit es die ganze folgende Saison zum Trocknen hat.