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Energieträger · Wasserstoff

Heizwert Wasserstoff

Wasserstoff hat den höchsten Heizwert aller Brennstoffe: 33,3 kWh je Kilogramm, dreimal so viel wie Heizöl. Pro Kubikmeter sind es aber nur 3,0 kWh — und genau daran hängt die ganze Speicherfrage.

je Kilogramm
33,3 kWh
Brennwert
39,4 kWh/kg
je Kubikmeter
3,0 kWh
CO₂ (grün)
0 g/kWh

Der Heizwert von Wasserstoff beträgt 33,3 Kilowattstunden je Kilogramm (120 MJ/kg), der Brennwert 39,4 kWh/kg. Damit übertrifft er jeden anderen Brennstoff deutlich. Der Haken steckt im Volumen: gasförmig liefert ein Kubikmeter im Normzustand nur 3,0 kWh — knapp ein Drittel von Erdgas. Die niedrige Energiedichte, nicht der Heizwert, ist das eigentliche technische Problem.

Wichtigste Erkenntnisse
  • Höchster Heizwert je Masse: 33,3 kWh/kg — dreifach Heizöl, siebenfach Holz.
  • Niedrigster je Volumen: 3,0 kWh/m³ gasförmig gegenüber 10,4 bei Erdgas.
  • Bei der Verbrennung mit Sauerstoff entsteht nur Wasser — kein CO₂.
  • Klimabilanz entscheidet sich bei der Herstellung: grün, blau oder grau.

Heizwert Wasserstoff: alle Kennwerte

Wasserstoff ist das leichteste Element des Periodensystems, was seine widersprüchlichen Kennwerte erklärt: bezogen auf die Masse unschlagbar, bezogen auf das Volumen schwach.

Physikalische Kennwerte von Wasserstoff
GrößeWertBedeutung
Heizwert Hu je Kilogramm33,3 kWh= 120 MJ/kg — höchster Wert aller Brennstoffe
Brennwert Ho je Kilogramm39,4 kWh= 142 MJ/kg
Heizwert je Kubikmeter (Normzustand)3,0 kWhgasförmig — nur ein Drittel von Erdgas
Dichte (gasförmig, 0 °C)0,0899 kg/m³leichtestes Element überhaupt
Zündtemperatur585 °Csehr weiter Zündbereich (4–77 Vol.-%)
Verbrennungsproduktreines Wasserkein CO₂ am Ort der Verbrennung

Warum Heiz- und Brennwert hier so weit auseinanderliegen

Bei der Reaktion mit Sauerstoff entsteht ausschließlich Wasser — kein CO₂, kein Ruß, keine Schwefelverbindungen, weil molekularer Wasserstoff keinen Kohlenstoff enthält. Der ganze Wasserdampf im Abgas stammt aus dem Brennstoff selbst. Entsprechend groß ist die Lücke zwischen Brenn- und Heizwert: Die Kondensation des Wasserdampfs bei Abkühlung der Verbrennungsgase auf 25 °C setzt über die Verdampfungsenthalpie rund 18 Prozent zusätzliche Energie frei — ein höherer Brennwert-Aufschlag als bei jedem fossilen Brennstoff. Der Energiegehalt von 1 kg Wasserstoff lässt sich damit doppelt angeben: 33,3 kWh als Heizwert, 39,4 kWh als Brennwert von Wasserstoff. Ein thermisch optimiertes Brennwertgerät oder eine Brennstoffzelle kann diesen Bonus nutzen.

Grün, blau, grau: die Herstellung entscheidet

Wasserstoff kommt auf der Erde kaum frei vor, er muss chemisch aus Verbindungen gelöst werden — aus Wasser, aus Erdgas oder aus organischer Biomasse. Die Herstellung von Wasserstoff bestimmt die Klimabilanz vollständig, und nur wenn der Strom erneuerbar ist, gilt Wasserstoff als klimaneutrale Energiequelle:

Herstellungsverfahren und CO₂-Bilanz von Wasserstoff
BezeichnungVerfahrenCO₂Bewertung
Grüner WasserstoffElektrolyse mit Strom aus Wind und Sonne0 g/kWhKlimaneutral, aber teuer und knapp
Blauer WasserstoffErdgas-Dampfreformierung mit CO₂-Abscheidunggering, je nach AbscheiderateÜbergangslösung, abhängig von der Speicherung
Grauer WasserstoffDampfreformierung von Erdgas ohne Abscheidungrund 300 g/kWhHeute der Großteil der Weltproduktion

Bei der Elektrolyse spaltet Strom Wasser in seine Bestandteile; moderne Anlagen erreichen 60 bis 80 Prozent Wirkungsgrad. Alternativ lässt sich Wasserstoff zu Methanol oder Ammoniak weiterverarbeiten — Träger, die sich einfacher transportieren lassen als das Gas selbst.

Speicherung und Transport: das eigentliche Nadelöhr

Um nutzbare Energiemengen unterzubringen, wird Wasserstoff unter hohem Druck auf 350 bis 700 bar komprimiert oder als flüssiger Wasserstoff bei minus 253 °C gelagert. Die Verflüssigung allein kostet rund ein Drittel des Energieinhalts. Zudem diffundiert das kleine Molekül durch viele Materialien und versprödet Stähle — Netze, Tanks und die gesamte Handhabung brauchen daher besondere Werkstoffe. Genau diese Anforderungen machen den Transport von Wasserstoff teurer als den von Erdgas oder Heizöl.

Blau lackierte Rohrleitungen mit Flanschverbindungen und Handventilen in einer Industrieanlage
Geflanschte Leitungen mit vielen Dichtstellen: Weil Wasserstoff das kleinste Molekül ist und Stähle verspröden lässt, braucht schon die Verrohrung besondere Werkstoffe — einer der Gründe für die hohen Infrastrukturkosten.

Wasserstoff als Heizbrennstoff — realistisch?

Verglichen mit Heizöl und Erdgas ist Wasserstoff heute ein Vielfaches teurer je Kilowattstunde. Als Kraftstoff und Industrierohstoff ist er dennoch strategisch wichtig: Stahlherstellung, Chemie und Schwerlastverkehr lassen sich kaum direkt elektrifizieren. Im Gebäude kommt er am ehesten über die Brennstoffzelle zum Einsatz, die Strom und Wärme zugleich erzeugt. Fürs Heizen im Gebäude bleibt er vorerst Nische — wie sich das preislich einordnet, zeigt der Brennstoff-Vergleich.

Fazit

33,3 kWh/kg Heizwert, 39,4 kWh/kg Brennwert, aber nur 3,0 kWh/m³ — dieses Zahlentrio erklärt die gesamte Wasserstoffdebatte. Als Energieträger ist er unschlagbar leicht und emissionsfrei am Verbrennungsort, aber aufwendig zu speichern und teuer zu erzeugen. Für den Vergleich mit Erdgas, Heizöl und Pellets lohnt der Blick auf die Kosten je Kilowattstunde.

Häufige Fragen zum Heizwert von Wasserstoff

Wie hoch ist der Heizwert von Wasserstoff?

Wasserstoff hat mit 33,3 Kilowattstunden je Kilogramm (120 MJ/kg) den höchsten Heizwert aller Brennstoffe — rund dreimal so viel wie Heizöl. Der Brennwert liegt bei 39,4 kWh/kg. Bezogen auf das Volumen kehrt sich das Bild jedoch um: Gasförmiger Wasserstoff kommt auf nur 3,0 kWh je Kubikmeter.

Warum ist die Energiedichte von Wasserstoff ein Problem?

Weil Wasserstoff das leichteste Element ist: Ein Kubikmeter wiegt nur 0,0899 Kilogramm. Trotz des hohen Heizwerts je Kilogramm steckt in einem Kubikmeter deshalb weniger als ein Drittel der Energie von Erdgas. Für den praktischen Einsatz muss er auf 700 bar komprimiert oder bei minus 253 °C flüssig gespeichert werden — beides kostet Energie und Technik.

Was ist der Unterschied zwischen Heizwert und Brennwert bei Wasserstoff?

Bei der Verbrennung von Wasserstoff mit Sauerstoff entsteht ausschließlich Wasser. Der Heizwert lässt die Verdampfungswärme dieses Wassers außen vor, der Brennwert zählt sie mit — die Differenz von 33,3 auf 39,4 kWh/kg ist mit rund 18 Prozent größer als bei jedem anderen Brennstoff, weil das Verbrennungsprodukt reines Wasser ist.

Kann man mit Wasserstoff heizen?

Technisch ja: Brennwertgeräte für 100 Prozent Wasserstoff existieren, und dem Erdgasnetz dürfen bereits Anteile beigemischt werden. Wirtschaftlich ist es derzeit unattraktiv, weil grüner Wasserstoff je Kilowattstunde ein Mehrfaches von Erdgas kostet. Als Brennstoff für Gebäude gilt er deshalb als Nische; sinnvoller ist er dort, wo Strom nicht direkt nutzbar ist — Stahl, Chemie, Schwerlastverkehr.

Wie wird Wasserstoff hergestellt?

Am klimafreundlichsten durch Elektrolyse: Strom spaltet Wasser chemisch in Wasserstoff und Sauerstoff, mit Wirkungsgraden von 60 bis 80 Prozent. Der Großteil der Weltproduktion stammt jedoch aus der Dampfreformierung von Erdgas, bei der CO₂ frei wird. Daraus leiten sich die Farbbezeichnungen grün, blau und grau ab.