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Holz · Brennwert

Brennwert Holz

Der Brennwert von Holz liegt rund 8 Prozent über dem Heizwert — er zählt die Kondensationswärme mit, die ein normaler Ofen gar nicht nutzt. Hier stehen beide Werte für jede Holzart, je Kilogramm und je Raummeter.

Buche · Brennwert
2.270 kWh/rm
Buche · Heizwert
2.100 kWh/rm
Differenz Ho−Hu
≈ 8 %
Ideale Restfeuchte
15–20 %

Der Brennwert von Holz beträgt lufttrocken rund 4,3 kWh je Kilogramm und bei Buche etwa 2.270 kWh je Raummeter — jeweils rund 8 Prozent über dem Heizwert. Der Unterschied ist die Kondensationswärme des Wasserdampfs, der bei der Verbrennung entsteht. Weil Kamin und Ofen diese Wärme mit dem Abgas abführen, ist beim Heizen mit Holz der Heizwert die praxisnähere Zahl.

Wichtigste Erkenntnisse
  • Brennwert = Heizwert + ca. 8 % — die Differenz nutzt nur Brennwerttechnik.
  • Höchste Brennwerte je Raummeter: Robinie, Buche, Eiche, Esche.
  • Hartholz gewinnt beim Volumen, Nadelholz minimal beim Gewicht.
  • Die Lagerung entscheidet über bis zu 50 Prozent des nutzbaren Werts.

Brennwert Holz: Tabelle verschiedener Holzarten

Alle Werte bei 20 % Wassergehalt (lufttrocken), sortiert nach Brennwert je Raummeter — der Größe, die beim Kauf von Kaminholz zählt. Zum Vergleich steht der Heizwert daneben.

Brennwert und Heizwert verschiedener Holzarten bei 20 % Wassergehalt
Holzart Typ Brennwert kWh/kg Brennwert kWh/rm Heizwert kWh/rm Brenndauer
Robinie Hartholz 4,43 2.400 2.200 lang
Buche Hartholz 4,32 2.250 2.100 lang
Eiche Hartholz 4,54 2.250 2.100 lang
Esche Hartholz 4,43 2.250 2.100 lang
Birke Hartholz 4,65 2.050 1.900 mittel
Lärche Nadelholz 4,75 1.900 1.750 mittel
Kiefer Nadelholz 4,75 1.850 1.700 kurz
Fichte Nadelholz 4,86 1.750 1.600 kurz
Tanne Nadelholz 4,75 1.600 1.500 kurz
Pappel Hartholz 4,43 1.400 1.300 kurz
Glut und kleine Flammen auf dem Aschebett in einem Kaminofen bei geöffneter Tür
Ein Scheitholzofen führt das Abgas warm ab — die im Wasserdampf steckende Kondensationswärme bleibt ungenutzt. Deshalb zählt beim Heizen mit Holz der Heizwert, nicht der Brennwert.

Warum der Brennwert höher ist als der Heizwert

Holz besteht überwiegend aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Beim Verbrennen verbindet sich der Wasserstoff mit Sauerstoff zu Wasser, das als Dampf im Abgas entweicht. Die Energie, die in diesem Dampf steckt, wird beim Brennwert mitgezählt, beim Heizwert nicht — daher der Aufschlag von rund 8 Prozent. Anders als bei Gas gibt es für Scheitholz praktisch keine Brennwertgeräte: Holzasche und Ruß machen die dauerhafte Abgaskühlung technisch aufwendig. Für Scheitholzöfen gilt also der Heizwert; nur Pelletkessel gibt es auch mit Brennwerttechnik.

Hartholz oder Weichholz: was mehr bringt

Gemessen in Kilowattstunden pro Kilogramm liefern Weichhölzer wie Fichte und Kiefer geringfügig mehr Energie als Buchenholz, weil Harz energiereicher ist als Holzfaser — der Brennwert Fichte liegt sogar leicht über dem Brennwert Buche. Doch weil Brennholz nach Volumen verkauft wird, dreht sich das Bild: Ein Raummeter Holz aus Buche wiegt deutlich mehr als einer aus Fichte und enthält daher rund 30 Prozent mehr Energie bei der Verbrennung. Wer einen hohen Heizwert je Raummeter will, kauft hochwertigeres und dichteres Brennholz — Harthölzer wie Buche und Eiche. Sie geben länger Wärme ab und liefern mehr Wärme je Ofenfüllung. Der Brennwert Eiche entspricht praktisch dem von Buche, der Brennwert Birke liegt etwas darunter. Nadelholz hat trotzdem seinen Platz: Es trocknet schneller, zündet leichter und ist als Anzündholz ideal.

Die richtige Holzart für Kamin und Ofen

Für den offenen Kamin sind ruhig brennende Harthölzer die erste Wahl, weil sie kaum Funken schlagen. Ein geschlossener Ofen verträgt auch Nadelholz. Charakteristik der wichtigsten Arten:

Eignung der Holzarten für Kamin und Ofen
HolzartEignung und Brennverhalten
RobinieHöchste Dichte der heimischen Arten, sehr hoher Energiegehalt je Raummeter.
BucheDer Klassiker: ruhiges Flammbild, wenig Funkenflug, ideal für Kaminöfen.
EicheSehr lange Glut, dafür wenig Flamme. Gut für Grundöfen und Heizkessel.
EscheBrennt auch bei etwas höherer Restfeuchte gut, leicht zu spalten.
BirkeSchönes helles Flammbild durch ätherische Öle, beliebt für offene Kamine.
LärcheDichtestes Nadelholz, brennt ruhiger als Fichte und Kiefer.
KieferHarzreich, zündet leicht — aber Funkenflug, nur für geschlossene Öfen.

Lagerung: der größte Hebel überhaupt

Kein Faktor hat mehr Einfluss auf den Brennwert als die Feuchtigkeit im Holz. Je Kilogramm Wasser gehen rund 0,68 kWh für die Verdampfung verloren. Die richtige Lagerung ist deshalb entscheidend: gespalten stapeln, luftig und regengeschützt, mit Abstand zum Boden und zur Wand, ein bis zwei Jahre stehen lassen. Wer sein Brennholz richtig trocknet, hebt den Brennwert seines Holzes um bis zu 50 Prozent — erst dann brennt Holz sauber, effizient und mit wenig Feinstaub. Beim Kauf von Brennholz lohnt daher die Frage nach der Lagerdauer. Wie viel Energie Ihre Holzmenge bei welcher Feuchte enthält, rechnet das Werkzeug unten aus.

Brennwert und Heizwert Ihrer Holzmenge berechnen

Wählen Sie Holzart, Menge und Restfeuchte — der Rechner zeigt sofort den Energiegehalt, das Gewicht und wie viel Heizöl dieselbe Wärme bräuchte.

Energiegehalt 2.109 kWh bei 80 % Wirkungsgrad nutzbar: 1.687 kWh
Gewicht 512 kg Heizwert 4,12 kWh/kg
entspricht Heizöl 211 Liter oder 430 kg Pellets
Volumen 1,00 rm 0,70 fm · 1,75 srm

So wird gerechnet: Heizwert bei Feuchte = Hu,darr × (1 − w) − 0,68 × w  ·  Energie = Volumen × Rohdichte × Heizwert. Der Abzug von 0,68 kWh je Kilogramm Wasser ist die Energie, die zum Verdampfen der Restfeuchte verloren geht.

Fazit

Der Brennwert von Holz liegt rund 8 Prozent über dem Heizwert, ist im Ofen aber nicht nutzbar — rechnen Sie deshalb mit dem Heizwert. Entscheidend für den Energieertrag sind zwei Dinge: eine schwere Holzart wie Buche, Eiche, Esche oder Robinie und trockenes Holz mit 15 bis 20 Prozent Restfeuchte. Ob sich Holz gegenüber Pellets, Heizöl und Gas rechnet, zeigt der Brennstoff-Vergleich.

Häufige Fragen zum Brennwert von Holz

Was ist der Unterschied zwischen Brennwert und Heizwert bei Holz?

Der Heizwert (Hu) ist die Wärme, die bei der Verbrennung nutzbar frei wird, ohne die im Wasserdampf des Abgases gebundene Kondensationswärme. Der Brennwert (Ho) zählt diese mit und liegt bei Holz rund 8 Prozent höher. Praktisch relevant ist beim Heizen mit Holz fast immer der Heizwert, weil ein normaler Kamin oder Ofen das Abgas warm abführt und die Kondensationswärme nicht nutzt.

Welches Holz hat den höchsten Brennwert?

Pro Raummeter liegen die schweren Harthölzer vorn: Robinie, Buche, Eiche und Esche erreichen rund 2.100 bis 2.200 kWh Heizwert, also etwa 2.270 bis 2.380 kWh Brennwert. Pro Kilogramm sind Nadelhölzer wie Fichte und Kiefer leicht überlegen, weil ihr Harz energiereich ist — sie sind aber deutlich leichter.

Hat Hartholz oder Weichholz den besseren Brennwert?

Hartholz gewinnt beim Volumen, Weichholz minimal beim Gewicht. Da Brennholz in Raummetern verkauft wird, ist Hartholz die wirtschaftlichere Wahl: Ein Raummeter Buche enthält rund 30 Prozent mehr Energie als ein Raummeter Fichte. Weichholz brennt dafür schneller an und eignet sich gut als Anzündholz.

Wie beeinflusst die Lagerung den Brennwert?

Massiv. Frisch geschlagenes Holz enthält rund 50 Prozent Wasser, dessen Verdampfung Energie verbraucht und den nutzbaren Wert etwa halbiert. Nach ein bis zwei Jahren luftiger, regengeschützter Lagerung sinkt der Wassergehalt auf 15 bis 20 Prozent, und Brenn- wie Heizwert erreichen ihr volles Niveau. Die 1. BImSchV erlaubt in Deutschland ohnehin nur Brennholz unter 25 Prozent Wassergehalt.

Welches Kaminholz eignet sich für offene Kamine?

Für offene Kamine sind Harthölzer wie Buche, Eiche und Esche am besten, weil sie ruhig und funkenarm abbrennen. Nadelhölzer wie Fichte und Kiefer enthalten Harze, die spritzen und Funken schlagen — sie gehören in geschlossene Öfen. Birke liefert ein besonders helles Flammbild und ist deshalb im Kamin beliebt.