Große Scheite nach unten
Zwei bis drei trockene Scheite locker auf den Feuerraumboden legen, mit etwas Abstand zueinander. Sie bilden die Basis und brennen zuletzt.
Holz · Richtig heizen
Der größte Hebel für ein sauberes Feuer kostet nichts: von oben anzünden statt von unten. Dieselbe Menge Holz, dieselbe Sorte — aber spürbar weniger Rauch, weniger Feinstaub und eine klare Scheibe.
Ob ein Holzfeuer sauber brennt oder qualmt, entscheidet sich in den ersten Minuten. Der wichtigste Handgriff: von oben anzünden. Die großen Scheite liegen unten, das Anmachholz und der Anzünder kommen obenauf — das Feuer arbeitet sich langsam nach unten. So verbrennen die aus dem Holz austretenden Gase direkt in der Flamme darüber, statt als Rauch zu entweichen.
Zwei bis drei trockene Scheite locker auf den Feuerraumboden legen, mit etwas Abstand zueinander. Sie bilden die Basis und brennen zuletzt.
Darauf eine Lage dünnes, trockenes Anmachholz kreuzweise schichten. Die Zwischenräume sorgen für den nötigen Luftzug.
Ein bis zwei Anzündwürfel aus Holzwolle und Wachs oben auf das Anmachholz legen — bewusst nach oben, nicht darunter. Keine Zeitung, kein Abfall.
Alle Luftschieber ganz aufmachen: Primärluft von unten und Sekundärluft (Scheibenspülung). Das Feuer braucht jetzt viel Sauerstoff.
Die Anzündwürfel entzünden. Das Feuer brennt ruhig von oben nach unten — anfangs mit heller, fast rauchfreier Flamme.
Sobald das Holz kräftig brennt und sich Glut bildet, die Primärluft zurücknehmen und mit Sekundärluft weiterheizen. Nie ganz drosseln.
Holz verbrennt in zwei Phasen. Zuerst treibt die Hitze flüchtige Gase aus dem Holz — sie enthalten den größten Teil der Energie. Erst danach glüht die verbliebene Holzkohle aus. Beim Anzünden von unten steigen diese Gase durch das noch kalte Holz darüber und entweichen unverbrannt als dicker Qualm. Beim Anzünden von oben müssen sie durch die bereits brennende Zone und verbrennen dort vollständig. Das senkt den Feinstaubausstoß deutlich, hält die Scheibe klar und holt mehr Wärme aus derselben Holzmenge.
Die beste Anzündtechnik nützt wenig, wenn das Holz zu feucht ist. Frisches oder schlecht gelagertes Holz verbrennt bei niedriger Temperatur, qualmt, verrußt die Scheibe und setzt Glanzruß im Schornstein ab. Verwenden Sie nur Holz mit einem Wassergehalt unter 20 Prozent, im Kern eines frisch gespaltenen Scheits gemessen. Wie Sie zuverlässig dorthin kommen, steht unter Brennholz trocknen; was die Restfeuchte an Heizwert kostet, zeigt die Seite Restfeuchte bei Brennholz.
Zum Anheizen eignet sich dünnes, harzhaltiges Nadelholz besonders gut — Fichte oder Kiefer zünden leicht und geben schnell Hitze. Zum Durchheizen greift man dann zu dichten Harthölzern wie Buche oder Eiche, die eine lange, ruhige Glut halten. Welche Holzart welche Stärke hat, steht im Überblick unter Bestes Brennholz.
| Fehler | Folge | Besser |
|---|---|---|
| Von unten angezündet | Die Flamme frisst sich durch feuchte, ausgasende Scheite darüber — es qualmt stark und setzt viel Feinstaub frei. | Von oben anzünden: Das Feuer arbeitet sich nach unten und verbrennt die aufsteigenden Gase gleich mit. |
| Zu feuchtes Holz aufgelegt | Verrußte Scheibe, wenig Wärme, Glanzruß im Schornstein — im Extremfall Versottung. | Nur Holz unter 20 % Wassergehalt, im Kern gemessen. |
| Luftzufuhr zu früh gedrosselt | Das Feuer bekommt nicht genug Sauerstoff, schwelt und rußt statt zu brennen. | In der Anbrennphase alle Luftschieber voll öffnen, erst bei kräftiger Flamme reduzieren. |
| Ofen mit Holz vollgepackt | Die Luft kommt nicht zwischen die Scheite, das Feuer erstickt und qualmt. | Lieber weniger, locker geschichtet — bei Bedarf früher nachlegen. |
| Papier oder gar Abfall als Anzünder | Zeitung verbrennt zu schnell und fliegt als Asche in den Schornstein; Abfall setzt Schadstoffe frei. | Anzündwürfel aus Holzwolle/Wachs und dünnes, trockenes Anmachholz verwenden. |
Welches Holz am meisten Wärme bringt, klärt Bestes Brennholz. Die richtige Lagerung bis unter 20 Prozent Wassergehalt steht unter Brennholz trocknen, die Grenzwerte unter Restfeuchte. Alle Heizwerte im Überblick gibt es auf Heizwert Holz.
Von oben. Die größeren Scheite kommen nach unten, darauf eine Lage dünnes Anmachholz und ganz oben ein bis zwei Anzündwürfel. Angezündet wird oben, das Feuer arbeitet sich langsam nach unten. Alle Luftschieber sind dabei voll geöffnet. Diese „Top-Down"-Methode brennt deutlich sauberer als das klassische Anzünden von unten, weil die aus dem Holz austretenden Gase direkt durch die Flamme darüber verbrennen, statt als Rauch zu entweichen.
Weil Holz beim Erwärmen zuerst Gase abgibt, die den größten Teil seiner Energie enthalten. Zündet man von unten, ziehen diese Gase ungenutzt und unverbrannt als Qualm nach oben. Zündet man von oben, müssen alle aufsteigenden Gase durch die bereits brennende Zone und werden dort verbrannt. Das Ergebnis: weniger Rauch, weniger Feinstaub, eine sauberere Scheibe und mehr nutzbare Wärme aus demselben Holz.
Für die Anbrennphase genügen zwei bis drei kleinere Scheite als Basis, darauf eine Handvoll dünnes Anmachholz und ein bis zwei Anzündwürfel. Der Ofen soll nicht vollgepackt werden — zwischen den Hölzern muss Luft strömen können. Nachgelegt wird erst, wenn sich ein kräftiges Glutbett gebildet hat.
Fast immer aus einem von zwei Gründen: zu feuchtes Holz oder zu wenig Luft. Feuchtes Holz verbrennt bei niedriger Temperatur unvollständig und schlägt sich als Ruß nieder; eine zu früh gedrosselte Luftzufuhr bewirkt dasselbe. Trockenes Holz unter 20 Prozent Wassergehalt und eine offene Luftzufuhr in der Anbrennphase halten die Scheibe klar. Viele Öfen haben zusätzlich eine Scheibenspülung, die nur bei genug Zugluft funktioniert.
In der Anbrennphase die volle Luft: sowohl die Primärluft (von unten durch den Rost) als auch die Sekundärluft (Scheibenspülung) ganz öffnen. Erst wenn das Holz kräftig brennt und sich ein Glutbett bildet, wird die Primärluft zurückgenommen und überwiegend mit Sekundärluft weitergeheizt. Ganz drosseln sollte man die Luft nie — Schwelbrand erzeugt Ruß und Schadstoffe.