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Strom · Klimaanlage

Heizen mit Klimaanlage

Eine Split-Klimaanlage mit Heizfunktion ist eine Luft/Luft-Wärmepumpe. Nach Labelwert kostet die Kilowattstunde Wärme rund 8,0 ct, mit Erdgas H rund 10,3 ct. Im Alltag liegt die Effizienz oft darunter, und sie heizt nur den Raum, in dem sie hängt.

Klimaanlage
8,0 ct/kWh Wärme · SCOP 4,6
Erdgas H
10,3 ct/kWh Wärme
Heizlüfter
37,0 ct/kWh Wärme
Gleichstand
3,6 SCOP gegen Erdgas H

Heizen mit der Klimaanlage klingt nach Notlösung, ist technisch aber Heizen mit einer Wärmepumpe. Ob es sich lohnt, entscheiden zwei getrennte Fragen: was die Kilowattstunde Wärme kostet, und wie viel vom Haus das Gerät überhaupt erreicht. Bei der ersten liegt die Klimaanlage nach Labelwert vorn, im Alltag oft nur knapp oder gar nicht. Bei der zweiten liegt sie fast immer hinten. Gegen Heizlüfter und Nachtspeicher gewinnt sie dagegen immer.

Das Wichtigste in Kürze
  • Preis je kWh Wärme: Strompreis ÷ SCOP. Bei 37,0 ct und SCOP 4,6 sind das rund 8,0 ct, mit Erdgas H rund 10,3 ct, mit dem Heizlüfter 37,0 ct.
  • Gleichstand: Ab einem SCOP von etwa 3,6 heizt die Klimaanlage je kWh Wärme günstiger als Erdgas H.
  • Im Alltag: Einzelne Messungen in bewohnten Häusern lagen bei Arbeitszahlen um 2 bis 3, also unter diesem Gleichstand. Dann kostet die kWh Wärme 12,3 bis 18,5 ct.
  • Der Haken: ein Raum, kein Warmwasser, und der Grundpreis der bisherigen Heizung bleibt.
  • Lohnt sich vor allem: statt Heizlüfter oder Nachtspeicher, in der Übergangszeit und für einzelne Räume wie Homeoffice oder Dachgeschoss.
  • Empfohlene Vorauswahl: drei Split-Klimageräte mit Klasse A++ beim Heizen, mit SCOP, Stärken und Heizkosten im Beispielraum.

Wie die Klimaanlage zum Heizen wird

Eine Split-Klimaanlage besteht aus einem Außengerät und einem oder mehreren Innengeräten, verbunden durch Leitungen mit Kältemittel. Beim Kühlen nimmt das Innengerät Wärme aus dem Raum auf und das Außengerät gibt sie nach draußen ab. Hat das Gerät eine Heizfunktion, dreht ein Umschaltventil den Kältemittelkreislauf um: Jetzt holt das Außengerät Wärme aus der Außenluft, und das Innengerät bläst sie als warme Luft in den Raum. Das ist derselbe Kreisprozess wie bei der Wärmepumpe im Garten, nur dass die Wärme an die Raumluft geht statt an das Heizungswasser. Mehr dazu unter Funktionsweise der Wärmepumpe.

Deshalb liefert eine Klimaanlage im Heizbetrieb mehr Wärme, als sie Strom aufnimmt. Wie viel mehr, sagt der SCOP auf dem Energielabel: Ein SCOP von 4,6 heißt, aus einer Kilowattstunde Strom werden im Jahresmittel des Prüfverfahrens 4,6 Kilowattstunden Wärme. Ein Heizlüfter macht aus einer Kilowattstunde Strom genau eine.

Rechner: Was kostet das Heizen mit der Klimaanlage?

m²
Mindestwert der Klasse:
ct/kWh
Vorbelegt: Haushaltsstrom, Stand August 2026
Strom der Klimaanlage 543 kWh Strom/Jahr für 2.500 kWh Wärme im Jahr in diesem Raum
Stromkosten 201 €/Jahr nur der Arbeitspreis, ohne Grundpreis
Wärmepreis Klimaanlage 8,0 ct/kWh je kWh Wärme, Strompreis ÷ SCOP
Gleichstand mit Gas SCOP 3,6 darüber heizt die Klimaanlage je kWh Wärme günstiger als Erdgas H
Dieselbe Wärme für diesen Raum mit anderen Heizungen
Heizungct je kWh Wärme€ je Jahr
Klimaanlage (Split)Strompreis ÷ SCOP 8,0 201
Erdgas HNutzungsgrad 95 % 10,3 258
Heizöl ELNutzungsgrad 92 % 18,6 465
Heizlüfterdirekt elektrisch, 1 kWh Strom = 1 kWh Wärme 37,0 925

Was diese Rechnung nicht enthält Den Grundpreis für Gas und Strom zahlen Sie weiter, solange die übrigen Räume und das Warmwasser an der bisherigen Heizung hängen. Der SCOP ist ein Laborwert nach DIN EN 14825. Einzelne Messungen in bewohnten Häusern lagen bei Arbeitszahlen um 2 bis 3. Tragen Sie zum Gegenrechnen auch einen kleineren Wert als das Label ein.

Wie gerechnet wird

Wärmebedarf des Raums = Fläche × Gebäudekennwert. Strom der Klimaanlage = Wärmebedarf ÷ SCOP. Wärmepreis = Strompreis ÷ SCOP. Gas und Heizöl werden mit ihrem Preis je Kilowattstunde Wärme gerechnet, also nach den Verlusten des Kessels, mit den Preisen dieser Seite (Juli 2026 bzw. Oktober 2026). Der Gleichstand ist Strompreis ÷ Wärmepreis Gas.

Die Klassen-Chips setzen den Mindest-SCOP der Effizienzklasse für die durchschnittliche Heizperiode (Delegierte Verordnung (EU) Nr. 626/2011, Anhang II, Tabelle 1 (durchschnittliche Heizperiode)). Den genauen Wert Ihres Geräts finden Sie auf dem Energielabel und im Datenblatt.

Effizienz: SCOP, Energielabel und Außentemperatur

Der SCOP (seasonal coefficient of performance) ist die jahreszeitbedingte Leistungszahl im Heizbetrieb. Er wird im Labor nach DIN EN 14825 für eine durchschnittliche Heizperiode berechnet und bestimmt die Effizienzklasse auf dem Energielabel. Die Klassen beginnen bei diesen Werten:

Energielabel Heizen: Mindest-SCOP je Klasse und Preis je kWh Wärme
KlasseSCOP abct je kWh Wärme bei 37,0 ct Strom
A+++ 5,1 7,3
A++ 4,6 8,0
A+ 4,0 9,3
A 3,4 10,9
B 3,1 11,9

Quelle: Delegierte Verordnung (EU) Nr. 626/2011, Anhang II, Tabelle 1 (durchschnittliche Heizperiode).

Der SCOP ist ein Laborwert, keine Messung im eigenen Haus. Im Betrieb sinkt die Effizienz, je kälter es draußen ist: Bei Minusgraden muss das Gerät die Wärme über einen größeren Temperaturunterschied heben und zwischendurch das Außengerät abtauen. Feldstudien mit vielen Anlagen, wie es sie für Luft/Wasser-Wärmepumpen gibt, fehlen für Klimageräte. Die wenigen Einzelmessungen in bewohnten Häusern lagen bei Arbeitszahlen um 2 bis 3 (Universität Innsbruck (Feist, 2022) und US-Energieministerium (CARB, 2015)), also deutlich unter den Labelwerten.

Für die Rechnung heißt das: Der Gleichstand mit Erdgas H liegt bei einem SCOP von etwa 3,6. Bei einer Arbeitszahl von 3 kostet die kWh Wärme rund 12,3 ct, bei 2 rund 18,5 ct, und damit mehr als mit Erdgas H. Gegen den Heizlüfter mit 37,0 ct bleibt die Klimaanlage auch dann klar vorn. Rechnen Sie im Rechner oben deshalb zusätzlich mit einem kleineren Wert als dem Label. Zum Vergleich: Mit dem Mindestwert der Klasse A (SCOP 3,4) liegt die Wärme nach Label bei rund 10,9 ct.

Der eigentliche Haken: ein Raum ist nicht das ganze Haus

Die günstige Kilowattstunde nützt nur dort, wo sie ankommt. Ein Innengerät heizt den Raum, in dem es hängt. Durch geschlossene Türen, über den Flur und in andere Stockwerke kommt die warme Luft kaum, denn anders als Heizungswasser verteilt sich Luft nicht von selbst durch das Haus. Für die übrigen Räume läuft die bisherige Heizung weiter.

  • Der Grundpreis bleibt. Solange Gas oder Öl für die übrigen Räume und das Warmwasser gebraucht wird, zahlen Sie Grundpreis, Wartung und Schornsteinfeger weiter. Gespart wird nur der Arbeitspreis für die Wärme dieses einen Raums.
  • Kein Warmwasser. Eine Klimaanlage erwärmt nur Luft.
  • Mehrere Räume kosten mehrere Innengeräte. Ein Multi-Split-System versorgt mehrere Räume an einem Außengerät, die Anschaffung steigt aber mit jedem Innengerät.

Wer also mit einem einzigen Gerät die Gasheizung „ersetzen“ will, spart meist wenig. Wer dagegen einen Raum, der oft genutzt wird, gezielt mit der Klimaanlage heizt und die Zentralheizung dafür niedriger stellt, nutzt genau ihren Vorteil.

Takten statt Runterregeln: die passende Größe

Ist der Raum warm, regelt eine Klimaanlage nicht einfach ab. Moderne Geräte mit Inverter passen die Drehzahl des Verdichters an und laufen bei geringem Wärmebedarf mit kleiner Leistung weiter. Das ist kein Nachteil: Im Teillastbetrieb arbeiten sie meist effizienter als mit voller Leistung. Das EU-Energielabel wird deshalb über eine ganze Heizperiode mit Teillast berechnet und nicht an einem einzigen Volllastpunkt.

Schlecht wird es erst, wenn der Wärmebedarf unter die kleinste Leistung des Geräts fällt. Dann schaltet es ständig ein und aus, es taktet. Jeder Neustart kostet Energie, bis der Kreislauf wieder eingeschwungen ist, und der Raum schwankt zwischen zu warm und zu kühl. In einer Messung des US-Energieministeriums lag die Tagesarbeitszahl ohne Takten bei etwa 2,5, mit häufigem Takten bei etwa 1,5. Das passiert vor allem bei Geräten, die für den Raum zu groß sind, etwa wenn nach der Kühlleistung für den Hochsommer ausgewählt wurde. Achten Sie deshalb auf die kleinste Heizleistung im Datenblatt und darauf, dass die Nennleistung zur Heizlast des Raums passt, nicht zur größten verfügbaren Leistung.

Wann sich Heizen mit der Klimaanlage lohnt

  • Statt Heizlüfter, Radiator oder Nachtspeicher. Hier ist der Abstand am größten: Direkt elektrisch kostet die kWh Wärme 37,0 ct, mit der Klimaanlage nach Label rund 8,0 ct und selbst bei einer Arbeitszahl von 2 nur die Hälfte.
  • In der Übergangszeit. Im Frühjahr und Herbst ist es draußen mild, die Klimaanlage arbeitet effizient, und die Zentralheizung kann später anspringen oder früher aus.
  • Für einzelne Räume. Homeoffice, Dachgeschoss, Wintergarten oder ein Anbau, der an der Zentralheizung schlecht versorgt ist.
  • Wenn das Gerät ohnehin da ist. Wer eine Split-Klimaanlage zum Kühlen hat, bekommt die Heizfunktion ohne weitere Anschaffung.

Weniger lohnt es sich als alleinige Heizung für ein ganzes Haus mit vielen getrennten Räumen, und dort, wo die bisherige Heizung schon sehr günstig ist. Den Vergleich aller Energieträger für das ganze Haus rechnet der Heizkosten-Rechner.

Vor- und Nachteile beim Heizen mit Klimaanlage

VorteileNachteile
Wärme je kWh meist günstiger als mit Gas, deutlich günstiger als direkt elektrischheizt nur den Raum mit Innengerät
schnell warm, gut regelbar je Raumkein Warmwasser
im Sommer zum Kühlen nutzbarLuftstrom und Gebläsegeräusch, trockenere Luft
kein Brennstoff, kein SchornsteinEffizienz sinkt bei Frost

Mobile Klimageräte: zum Heizen kaum geeignet

Mobile Klimageräte (Monoblock) stehen im Raum und leiten die Abluft durch einen Schlauch nach draußen. Viele haben gar keine Heizfunktion. Die EU-Verordnung zum Energielabel nennt sie „bauartbedingt weniger effizient“ als Split-Geräte, und sie bekommen kein SCOP-Label, sondern nur eine Klasse nach einem einzelnen Prüfpunkt. Bei Geräten mit einem Schlauch kommt dazu: Die Luft, die nach draußen geblasen wird, strömt durch Ritzen als kalte Außenluft nach. Wer mit Strom heizen will, fährt mit einer fest montierten Split-Klimaanlage deutlich besser.

Kauf und Montage

Die meisten Split-Klimaanlagen arbeiten mit dem fluorierten Kältemittel R32. Bei solchen Geräten darf das Verbinden der Kältemittelleitungen nur zertifiziertes Fachpersonal, und zwar unabhängig von der Füllmenge und auch bei Geräten mit Schnellkupplung (F-Gas-Verordnung (EU) 2024/573 und Chemikalien-Klimaschutzverordnung, so auch das Umweltbundesamt). Händler dürfen sie an Privatkunden nur verkaufen, wenn nachgewiesen ist, dass ein zertifizierter Betrieb sie installiert. Geräte mit Propan (R290) fallen nicht unter die F-Gas-Verordnung; Propan ist aber brennbar, und auch ein solches Gerät gehört in die Hand eines Fachbetriebs. Planen Sie die Montage also beim Kauf mit ein.

Beim Kältemittel lohnt ein Blick nach vorn: Ab dem 1. Januar 2029 dürfen neue Luft/Luft-Splitsysteme bis 12 kW mit Kältemitteln ab einem Treibhauspotenzial (GWP) von 150 nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Das verbreitete R32 liegt bei 675. Bereits eingebaute Geräte dürfen weiterlaufen. Für die Auswahl zählen beim Heizen vor allem:

  • der SCOP Heizen und die Klasse auf dem Energielabel,
  • die Heizleistung passend zum Raum und die kleinste Leistung, damit das Gerät nicht taktet,
  • die untere Einsatzgrenze, also bis zu welcher Außentemperatur das Gerät noch heizt,
  • das Kältemittel, wenn Sie Förderung beantragen wollen (siehe Fragen unten).

Häufige Fragen zum Heizen mit Klimaanlage

Ist Heizen mit der Klimaanlage günstiger als mit Gas?

Nach Labelwert ja, im Alltag nicht sicher. Bei 37,0 ct Strom und einem SCOP von 4,6 (Mindestwert der Klasse A++) kostet die Wärme rund 8,0 ct, mit Erdgas H rund 10,3 ct. Gleichstand ist bei einem SCOP von etwa 3,6. Einzelne Messungen im Alltag lagen bei Arbeitszahlen um 2 bis 3, dann ist Gas günstiger. Dazu heizt die Klimaanlage nur einen Raum, und der Grundpreis für Gas bleibt.

Wie hoch ist der Stromverbrauch einer Split-Klimaanlage beim Heizen?

Wärmebedarf des Raums geteilt durch den SCOP. Ein Raum mit 25 m² im sanierten Bestand braucht rund 2.500 kWh Wärme im Jahr; bei einem SCOP von 4,6 sind das rund 540 kWh Strom. An kalten Tagen ist der Verbrauch je Stunde höher, in der Übergangszeit niedriger.

Kann man nur mit einer Klimaanlage heizen?

In einer kleinen, gut gedämmten Wohnung mit offenem Grundriss kann das reichen, sonst braucht jeder Raum ein eigenes Innengerät (Multi-Split). Warmwasser liefert eine Klimaanlage nicht, dafür ist ein eigener Erzeuger nötig, etwa ein Durchlauferhitzer oder eine Warmwasser-Wärmepumpe.

Kann man mit einem mobilen Klimagerät heizen?

Viele mobile Geräte haben keine Heizfunktion. Wo es eine gibt, sind sie laut EU-Verordnung zum Energielabel bauartbedingt weniger effizient als Split-Geräte, und bei Geräten mit Abluftschlauch strömt kalte Außenluft nach. Zum Heizen ist eine fest montierte Split-Klimaanlage die bessere Wahl.

Wird das Heizen mit Klimaanlage gefördert?

Ja, unter Bedingungen. Die KfW zählt Split-Klimaanlagen mit Heizfunktion in der Heizungsförderung (Programm 458) als Luft/Luft-Wärmepumpe. Die Kombination aus Außen- und Innengerät muss die Effizienzklasse A++ oder A+++ für die mittlere Heizperiode erreichen, das Außengerät auf der Liste der BAFA stehen und eine Schnittstelle zur netzorientierten Steuerung haben. Außerdem muss der versorgte Bereich zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbarer Energie beheizt werden. Ab dem 1. Januar 2028 werden nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln gefördert.

Kann ich die Montage von der Steuer absetzen?

Für Handwerkerleistungen im eigenen Haushalt ermäßigt sich die Einkommensteuer um 20 Prozent der Arbeitskosten, höchstens um 1.200 Euro (§ 35a Abs. 3 EStG). Nötig sind eine Rechnung und eine Überweisung auf das Konto des Betriebs. Das gilt nicht, wenn Sie für dieselbe Maßnahme einen steuerfreien Zuschuss wie die KfW-Förderung nutzen. Ob die Montage im Einzelfall darunter fällt, entscheidet das Finanzamt.

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