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Energieträger · Strom

Jahresarbeitszahl statt Heizwert

Strom hat keinen Heizwert — eine Wärmepumpe verbrennt nichts. Ihre Umrechnungszahl ist die Jahresarbeitszahl: Strompreis geteilt durch JAZ ergibt den Preis je Kilowattstunde Wärme. Hier stehen die gemessenen Arbeitszahlen aus dem Feld und der Rechner dazu.

JAZ Luft/Wasser
3,4 gemessen (Erzeuger-JAZ)
JAZ Sole/Wasser
4,3 gemessen (Erzeuger-JAZ)
Wärmepreis
10,9 ct/kWh am Gerät
CO₂ je kWh Wärme
119 g am Gerät

Jeder Energieträger wird in seiner eigenen Einheit gehandelt — Raummeter, Tonne, Liter, Kubikmeter, Kilowattstunde. Vergleichbar wird er erst über eine Umrechnungszahl. Bei Brennholz ist das der Heizwert, bei Erdgas der Brennwert, beim Kessel der Nutzungsgrad — und bei der Wärmepumpe die Jahresarbeitszahl. Sie ist keine Themenerweiterung, sondern dieselbe Rechnung eine Stufe weiter.

Wichtigste Erkenntnisse
  • Strom hat keinen Heizwert. Die Wärmepumpe verbrennt nichts, sie verschiebt Umweltwärme — die JAZ sagt, wie viel Wärme je Kilowattstunde Strom entsteht.
  • Die Formel: Strompreis in ct/kWh ÷ JAZ = Preis je kWh Wärme.
  • Gemessen im Feld: Luft/Wasser 3,4 (2,6–4,9) und Sole/Wasser 4,3 (3,6–5,4) — als Erzeugerarbeitszahl, also ohne Speicher- und Verteilverluste. Wer die eigene Stromrechnung treffen will, braucht die Systemarbeitszahl: Sie lag im Vergleichskollektiv rund 15 Prozent niedriger.
  • COP, SCOP, VDI-4650-Prognose und gemessene JAZ sind vier verschiedene Zahlen und werden nie gegeneinander verrechnet.

JAZ-Rechner: Was kostet die Kilowattstunde Wärme?

Strom hat keinen Heizwert — die Jahresarbeitszahl übernimmt seine Rolle: Sie sagt, wie viele Kilowattstunden Wärme aus einer eingekauften Kilowattstunde Strom werden. Tippen Sie in ein Feld, das andere rechnet mit.

Feldmesswerte 2,6–5,4 · nach oben nicht begrenzt — eine selbst gemessene JAZ darf höher liegen
Feldmittel übernehmen:
Die drei Preise stehen nebeneinander und werden nicht voneinander abgezogen: Sie stammen aus verschiedenen Erhebungen mit verschiedener Bezugsmenge und verschiedenem Stichtag. Der Wärmepumpentarif setzt eine steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG und bei getrennter Messung einen eigenen Zählpunkt voraus.
Preis je kWh Wärme 10,88 ct/kWh bei 37,0 ct/kWh Strom und JAZ 3,40
Strom je kWh Wärme 0,294 kWh 1 kWh Wärme ÷ JAZ
CO₂ je kWh Wärme 119 g Strommix 406 g je kWh Strom ÷ JAZ · zum Vergleich je kWh Wärme: Erdgas 260 g, Heizöl 346 g
Über dem Feldmittel von Luft/Wasser Der Wert liegt im gemessenen Bereich von Luft/Wasser (2,6–4,9, Mittel 3,4) — und über dem Mittelwert dieser Bauart. Die Mittelwerte sind Erzeugerarbeitszahlen (Bilanzgrenze 3), die Wärme also am Gerät gemessen und nicht hinter dem Speicher.

Die Formel: ct/kWh Wärme = Strompreis in ct/kWh ÷ JAZ. Für eine Kilowattstunde Wärme wird 1 ÷ JAZ Kilowattstunden Strom gekauft — der Preis teilt sich entsprechend. Umgekehrt gilt: Strompreis = Wärmepreis × JAZ. Das Ergebnis ist direkt mit den Cent-je-Kilowattstunde-Werten der Brennstoffe vergleichbar, weil dort ebenfalls nutzbare Wärme im Nenner steht (Preis ÷ Heizwert ÷ Nutzungsgrad).

Die eigene JAZ aus zwei Zählerständen

JAZ = abgegebene Wärmemenge ÷ bezogene elektrische Energie. Das ist die Definition selbst und der einzige Weg zu einer echten Jahresarbeitszahl — ein Datenblattwert leistet das nicht. Beide Werte müssen aus demselben Zeitraum stammen.

kWh
abgegebene Wärme im Betrachtungszeitraum
kWh
bezogene elektrische Energie, gleicher Zeitraum
Ihre Jahresarbeitszahl 3,43

Wo die Zähler sitzen, entscheidet über die Bilanzgrenze: ein Wärmemengenzähler direkt an der Wärmepumpe liefert die Erzeugerarbeitszahl, einer hinter dem Speicher die Systemarbeitszahl — und die liegt niedriger, weil Speicher- und Verteilverluste dann mitgezählt werden. Die Vergleichswerte in der Skala oben sind Erzeugerarbeitszahlen (Fraunhofer ISE, Feldstudie).

Die eigene JAZ aus zwei Zählerständen

Der zweite Block im Rechner braucht nur zwei Ablesungen: die abgegebene Wärmemenge und die bezogene elektrische Energie, beide aus demselben Zeitraum. Der Quotient ist die Jahresarbeitszahl — das ist keine Schätzung, sondern die Definition. Drei Dinge entscheiden darüber, ob das Ergebnis etwas aussagt:

  • Gleicher Zeitraum. Wärme aus zwölf Monaten gegen Strom aus neun ergibt eine Zahl ohne Bedeutung.
  • Ein vollständiges Jahr. Der Jahreswert mittelt Frost, Abtaubetrieb und Sommerwarmwasser; eine Monatsarbeitszahl im November tut das nicht.
  • Wo die Zähler sitzen. Direkt an der Wärmepumpe ergibt sich die Erzeugerarbeitszahl, hinter dem Speicher die niedrigere Systemarbeitszahl — und nur Werte derselben Bilanzgrenze sind vergleichbar. Die Skala im Rechner zeigt Erzeugerarbeitszahlen.

Fehlt ein Wärmemengenzähler, bleibt die Prognose nach VDI 4650 — mit dem Vorbehalt, den die Richtlinie selbst formuliert: keine Aussage zum Energieverbrauch, keine zu den Heizkosten. Wie viele Kilowattstunden Strom aus einer Arbeitszahl im Jahr, im Monat und an einem Wintertag werden, rechnet der Stromverbrauch der Wärmepumpe durch.

Die Umrechnungszahl der Wärmepumpe

Bei Brennholz und Erdgas steht am Anfang ein Heizwert, dann der Nutzungsgrad des Kessels. Bei der Wärmepumpe entfällt der erste Schritt: Eine Kilowattstunde Strom ist bereits eine Kilowattstunde Endenergie, es gibt nichts umzurechnen. Übrig bleibt die zweite Zahl — und die heißt hier Jahresarbeitszahl, weil sie größer als eins ist.

Formel Preis je kWh Wärme = Strompreis in ct/kWh ÷ JAZ  — mit 37,0 ct/kWh und JAZ 3,4 ergibt das 10,88 ct je Kilowattstunde Wärme — eingesetzt ist eine gemessene Erzeugerarbeitszahl, das Ergebnis gilt also für die Wärme am Gerät.

Dass dieser Wert über eins liegt, ist kein Wirkungsgrad über 100 Prozent. Ein Wirkungsgrad setzt eine Umwandlung voraus; die Wärmepumpe wandelt nicht um, sie verschiebt Wärme aus Außenluft oder Erdreich auf Vorlauftemperatur. Welche vier Bauteile das leisten und warum dabei mehr Wärme herauskommt als Strom hineingeht, steht in der Funktionsweise der Wärmepumpe.

COP, SCOP, VDI 4650 und JAZ — vier Zahlen, die sich ähneln

Vier Kennzahlen beschreiben dieselbe Effizienz unter völlig verschiedenen Bedingungen — wer sie verwechselt, rechnet an der eigenen Anlage vorbei. Dieselbe Disziplin wie bei Brennholz, wo Wassergehalt w und Holzfeuchte u ständig verwechselt werden: zwei Zahlen, dieselbe Einheit, verschiedene Bezugsgröße.

Abgrenzung der vier Effizienz-Kennzahlen von Wärmepumpen
Kennzahl Norm Was gemessen oder gerechnet wird Bedingungen
COP
Leistungszahl
DIN EN 14511 Nutzwärmeleistung ÷ elektrische Leistungsaufnahme in EINEM Prüfstandspunkt A2/W35 (Luft/Wasser) bzw. B0/W35 (Sole/Wasser)
SCOP
jahreszeitbedingte Leistungszahl
DIN EN 14825 (Ausgabe 2023-10) Rechenwert aus mehreren Teillastpunkten entlang einer in der Norm hinterlegten Heizkurve Normklima (wärmer / mittel / kälter), Auslegungstemperaturen 35, 45, 55 und 65 °C
JAZ nach VDI 4650
Prognose
VDI 4650 Blatt 1 (Ausgabe Februar 2024) Kurzverfahren, das aus Normleistungszahlen, Vorlauf- und Quellentemperatur, Trinkwasseranteil und Betriebsweise eine zu erwartende Arbeitszahl rechnet standardisierte Bedingungen, Nachweisweg im Förderrecht
JAZ, gemessen
Jahresarbeitszahl
keine Norm, eine Messung abgegebene Wärmemenge ÷ bezogene elektrische Energie über ein Betriebsjahr zwei Zähler in einem echten Haus
  • COP: Momentanwert im Labor. Kein Jahreswert — und zwei COP-Angaben sind nicht zwingend unter identischen Bedingungen entstanden, weil die Norm keinen Teillastfaktor vorgibt.
  • SCOP: Grundlage des EU-Energielabels. Ein Laborjahr mit Normklima und Normheizkurve — er beschreibt das Gerät, nicht Ihre Anlage im Haus.
  • JAZ nach VDI 4650: Die Richtlinie grenzt sich selbst ab: Zum Energieverbrauch sei keine Aussage möglich, ebenso nicht zu den Heizkosten — und die in der Praxis erreichte Arbeitszahl könne deutlich abweichen.
  • JAZ, gemessen: Die einzige Zahl, die Ihre Anlage beschreibt — und auch sie nur so viel wert wie die mitgeteilte Bilanzgrenze.

In einem Satz: COP ist ein Punkt im Labor, SCOP ein Laborjahr mit Normklima, die VDI-4650-Zahl eine Prognose für den Förderantrag und die JAZ ein echtes Betriebsjahr in einem echten Haus — und auch die nur so viel wert wie die mitgeteilte Bilanzgrenze. Das ist keine Rangliste der Genauigkeit, sondern eine Liste verschiedener Fragen: Ein Datenblatt-COP ist für die Gerätewahl nützlich und für die Stromrechnung unbrauchbar.

Warum zwei COP-Angaben nicht vergleichbar sein müssen

DIN EN 14511 macht keine Vorgaben zum Teillastfaktor, und bei invertergeregelten Geräten hat der Hersteller Freiheiten bei der Verdichterdrehzahl im Normpunkt. Zwei COP-Angaben verschiedener Hersteller müssen also nicht unter identischen Bedingungen entstanden sein — ein Unterschied in der zweiten Dezimalstelle sagt entsprechend nichts. Warum ausgerechnet die Vorlauftemperatur der Betriebswert ist, an dem die Arbeitszahl hängt, steht unter Vorlauftemperatur der Wärmepumpe.

Ohne Bilanzgrenze ist eine JAZ nicht interpretierbar

Eine Jahresarbeitszahl ist ein Bruch — und beide Seiten dieses Bruchs hängen davon ab, wo gemessen wird. Von den Bilanzgrenzen der Feldstudie sind zwei entscheidend:

  • Erzeugerarbeitszahl (Bilanzgrenze 3): Wärme unmittelbar nach der Wärmepumpe. Elektrisch enthalten sind Verdichter samt Inverter, der Antrieb im Quellenkreis — Ventilator oder Solepumpe —, die Steuerung und der Elektroheizstab. Nicht enthalten sind Speicherladepumpen, Heizkreispumpen sowie Speicher- und Verteilverluste.
  • Systemarbeitszahl (Bilanzgrenze 5): Wärme nach den Speichern, zusätzlich die Umwälzpumpe davor. Heizkreispumpen sind auch hier nicht enthalten.

Im Vergleichskollektiv der Studie lag die Systemarbeitszahl rund 15 Prozent unter der Erzeugerarbeitszahl (3,1 gegenüber 3,6). Diese Prozentangabe ist ein Zitat und kein Faktor: Gemessen ist sie an einem gemischten Kollektiv aus 36 Anlagen, nicht je Bauart. Eine Rechnung wie „3,4 × 0,85“ wäre deshalb eine eigene Extrapolation und kein Messwert — sie steht hier bewusst nicht.

Praktische Folge: „Strompreis ÷ JAZ“ trifft mit einer Erzeugerarbeitszahl die Wärme am Gerät, nicht die im Raum — mit den Mittelwerten unten rechnet man die eigene Jahresstromrechnung also zu günstig. Welche der beiden Arbeitszahlen in welche Rechnung gehört, rechnet der Stromverbrauch der Wärmepumpe an Beispielen durch.

Woher der Abstand zwischen den Bilanzgrenzen kommt

Der Treiber ist ausdrücklich nicht der Pumpenstrom — der macht nur 1,2 Prozent der elektrischen Arbeit aus —, sondern die Differenz der Wärmemenge zwischen den beiden Grenzen, vor allem beim Trinkwarmwasser. Deshalb lässt sich der Abstand auch nicht als Pumpenaufschlag nachrechnen.

Quelle: Fraunhofer ISE, Abschlussbericht „WP-QS im Bestand“, Kap. 5.3.1 — Systemarbeitszahl (Bilanzgrenze 5) gegen Erzeugerarbeitszahl (Bilanzgrenze 3) an einem gemischten Anlagenkollektiv, Stand November 2025 (Abschlussbericht).

Jahresarbeitszahl nach Bauart: nur Feldmesswerte

Die folgenden Werte sind gemessen, nicht gerechnet: Es sind Erzeugerarbeitszahlen aus einem Feldmonitoring in Ein- bis Dreifamilienhäusern, aufgezeichnet im 30-Sekunden-Takt, Hauptauswertungsjahr 2024. Keine SCOP-Werte, keine Prognosen, keine Herstellerangaben.

Gemessene Jahresarbeitszahlen je Bauart (Erzeugerarbeitszahl, Bilanzgrenze 3)
Bauart JAZ Mittel Einzelwerte Stichprobe Quelle
Wärmepumpe Luft/Wasser 3,4 2,6–4,9 49 ausgewertete Anlagen in Ein- bis Dreifamilienhäusern (55 vermessen), Messung im 30-Sekunden-Takt, Hauptauswertungsjahr 2024 Fraunhofer ISE, Abschlussbericht „WP-QS im Bestand“, Kap. 5.3.1 — Erzeugerarbeitszahl (Bilanzgrenze 3: ohne Speicher- und Verteilverluste, ohne Heizkreispumpen), Stand November 2025
Wärmepumpe Sole/Wasser (Erdwärmesonde) 4,3 3,6–5,4 13 ausgewertete Anlagen (16 vermessen), ausnahmslos mit Erdwärmesonden — für Flächenkollektoren und Grundwasser liegen keine Werte vor; Hauptauswertungsjahr 2024 Fraunhofer ISE, Abschlussbericht „WP-QS im Bestand“, Kap. 5.3.2 — Erzeugerarbeitszahl (Bilanzgrenze 3: ohne Speicher- und Verteilverluste, ohne Heizkreispumpen), Stand November 2025

Vollständige Quelle beider Zeilen: Fraunhofer ISE, Abschlussbericht „WP-QS im Bestand“. Für Luft/Luft-Wärmepumpen — also auch für Split-Klimageräte im Heizbetrieb — steht hier keine Zeile: Die Studie enthält ausschließlich wassergeführte Anlagen, und der einzige wissenschaftlich dokumentierte deutsche Messwert ist ein Einzelobjekt mit anderer Bilanzgrenze (Belege unten aufklappen). Was eine Split-Klimaanlage technisch von einer Luft/Wasser-Wärmepumpe unterscheidet, steht unter Bauarten der Wärmepumpe.

Ein Befund der Studie ist belastbarer als jeder Mittelwert: Zwischen Baualter des Gebäudes und Arbeitszahl zeigte sich keine Korrelation. Eine Korrelation fand sich allein zu den Heizkreistemperaturen — welchen Abstand in Arbeitszahl, Cent und CO₂ dieselbe Messreihe zwischen kühl und warm gefahrenen Heizkreisen zeigt, steht unter Vorlauftemperatur der Wärmepumpe.

Luft/Luft und Split-Klimageräte: der eine gemessene Wert

Für Luft/Luft-Geräte liegen keine Feldmesswerte mit belastbarer Stichprobe vor. Der einzige wissenschaftlich dokumentierte deutsche Messwert, den wir gefunden haben, ist ein Einzelobjekt: ein Split-Klimagerät im Passivhaus Darmstadt Kranichstein, das über die Heizperiode 2017/18 eine Arbeitszahl von 2,01 erreichte (Messunsicherheit nach Fehlerrechnung ± 4,6 Prozent). Die Monatswerte lagen zwischen 1,79 im Februar 2018 — dem kältesten Monat der Kampagne mit −0,3 °C im Monatsmittel — und 2,51 im November 2017. Der Bericht führt die niedrigen Werte auf den bewusst dauerhaft gewählten Flüstermodus zurück: Bei einem gemessenen Umluftvolumenstrom von nur 123 m³/h muss die Luft stark erwärmt werden, was die Kondensationstemperatur und damit den Stromverbrauch hochtreibt. Nach Umstellung auf „Stufe 1“ am 25. Februar 2018 — gemessen 138 bis 155 m³/h statt 123, also 12 bis 26 Prozent mehr Luft — stieg die Monatsarbeitszahl im März auf 2,30.

Quelle: Wolfgang Feist, Universität Innsbruck, „Heizen mit dem Split-Klimagerät?“, innsbruck university press, Innsbruck 2022, Kap. 8.1 — Auswertung der Heizperiode 2017/18, ISBN 978-3-99106-078-9.

Warum diese Zahlen trotzdem keine Tabellenzeile bekommen, hat zwei Gründe. Erstens ist eine einzelne Anlage keine Bandbreite — und ein Passivhaus ist kein Bestandsgebäude. Zweitens ist es eine andere Bilanzgrenze: Gemessen wurde die gesamte an den Aufstellraum abgegebene Enthalpie je eingesetzter elektrischer Energie, nicht die Erzeugerarbeitszahl nach Bilanzgrenze 3 wie in der Tabelle oben. Luft/Luft bekommt hier deshalb keine Tabellenzeile und keinen Eintrag im Rechner; für Split-Geräte allgemein bleibt es bei der Nichtaussage, denn es gibt SCOP-Laborwerte, aber keine Feldstudie mit belastbarer Stichprobe. Eine Zahl zu erfinden wäre bequemer und falsch.

Was diese Stichprobe nicht ist

Die Zahlen oben sind gut dokumentiert, aber sie beschreiben nicht „den deutschen Altbau“. Vier Verzerrungen gehören dazugesagt, und der Bericht nennt sie selbst:

  • Sanierungsstand über dem Bundesdurchschnitt. Bei den Gebäuden bis 1979 sind 82 Prozent der Dächer, 56 Prozent der Außenwände und 28 Prozent der Kellerdecken saniert — bundesdurchschnittlich sind es 59, 35 und 16 Prozent. Die Fenster sind zu 95 Prozent erneuert.
  • Herkunft der Anlagen. 58 der 77 vermessenen Anlagen wurden von den neun beteiligten Herstellern eingebracht, nur 19 vom Institut selbst.
  • Mildes Auswertejahr. Die Außentemperaturen lagen leicht über dem langjährigen Mittel, Temperaturen unter −5 °C traten selten auf. Das betrifft auch den auffällig geringen Heizstabanteil von rund 1,3 Prozent der elektrischen Arbeit — in einem kalten Winter liegt er höher, und der Heizstab arbeitet mit Arbeitszahl 1.
  • Fortsetzungsmessungen. 34 der 77 Anlagen werden seit dem Vorgängerprojekt begleitet, sind also seit Jahren beobachtet und optimiert.

Ausreichend dimensionierte Heizkörper wurden im Mittel übrigens mit ähnlich niedrigen Temperaturen betrieben wie Flächenheizungen. Von der erzeugten Wärme gingen 81 Prozent in die Raumheizung und 19 Prozent in die Trinkwassererwärmung.

Einordnung: Was die Kilowattstunde Wärme kostet

Jetzt lässt sich die Wärmepumpe neben die Brennstoffe stellen — über die eine Zahl, die alle Energieträger vergleichbar macht: Cent je nutzbarer Kilowattstunde. Mit 37,0 ct/kWh Haushaltsstrom (BDEW-Strompreisanalyse 08/2026, Stand August 2026) und der gemessenen JAZ von 3,4 liegt die Luft/Wasser-Wärmepumpe bei 10,88 ct je Kilowattstunde Wärme — Rang 7 von 9 im Vergleich aller Energieträger dieser Seite. Gerechnet ist wieder mit der Erzeugerarbeitszahl; der Vergleich bleibt dadurch fair, weil der Nutzungsgrad der Kessel in den anderen Zeilen ebenfalls am Wärmeerzeuger endet.

Günstiger sind derzeit Hackschnitzel 4,71 ct, Scheitholz 6,55 ct, Flüssiggas 9,48 ct, Holzpellets 10,30 ct, Erdgas H 10,32 ct und Erdgas L 10,76 ct. Teurer sind Heizöl EL 14,60 ct und Wasserstoff 31,70 ct. Diese Rangfolge ist gerechnet und bewegt sich: Pellet- und Heizölpreise kommen aus Live-Datenquellen, der Strompreis aus einer Erhebung mit eigenem Stichtag. Der Brennstoff-Vergleich rechnet sie mit Ihren eigenen Preisen neu durch; Jahreskosten in Euro liefert der Heizkosten-Rechner, und wie viele Kilowattstunden Strom hinter dem Preis je Kilowattstunde Wärme stehen, rechnet der Verbrauchsrechner des Strom-Silos.

Entscheidend ist dabei der Tarif, und er hängt an Voraussetzungen. Die folgende Tabelle rechnet alle belegten Kombinationen durch:

Wärmepreis je Stromtarif und Bauart — gerechnet als Strompreis ÷ JAZ. Eingesetzt sind die gemessenen Erzeugerarbeitszahlen, die Werte gelten also je Kilowattstunde Wärme am Gerät.
Stromtarif ct/kWh Strom Bauart JAZ ct/kWh Wärme gegen Erdgas H
Haushaltsstrom (Normaltarif)
Preisstand August 2026 · keine — jeder Haushalt kann diesen Tarif abschließen
37,00 Luft/Wasser 3,4 10,88 teurer (Erdgas H 10,32 ct)
Haushaltsstrom (Normaltarif)
Preisstand August 2026 · keine — jeder Haushalt kann diesen Tarif abschließen
37,00 Sole/Wasser 4,3 8,60 günstiger (Erdgas H 10,32 ct)
Wärmepumpentarif, gemeinsame Messung
Preisstand 1. April 2025 · steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG
31,70 Luft/Wasser 3,4 9,32 günstiger (Erdgas H 10,32 ct)
Wärmepumpentarif, gemeinsame Messung
Preisstand 1. April 2025 · steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG
31,70 Sole/Wasser 4,3 7,37 günstiger (Erdgas H 10,32 ct)
Wärmepumpentarif, getrennte Messung
Preisstand 1. April 2025 · § 14a EnWG und ein eigener Zählpunkt
27,44 Luft/Wasser 3,4 8,07 günstiger (Erdgas H 10,32 ct)
Wärmepumpentarif, getrennte Messung
Preisstand 1. April 2025 · § 14a EnWG und ein eigener Zählpunkt
27,44 Sole/Wasser 4,3 6,38 günstiger (Erdgas H 10,32 ct)

Warum diese Preise nicht voneinander abgezogen werden

Der Haushaltsstrompreis ist ein Mittel über abschließbare Neukundentarife bei 3.500 kWh Jahresverbrauch, die Wärmepumpentarife sind mengengewichtete Bestandspreise aus Lieferantenmeldungen bei 7.500 kWh — andere Methodik, andere Bezugsmenge, anderer Stichtag. Eine „Ersparnis“ aus der Differenz wäre eine erfundene Zahl. Die Wärmepumpentarife setzen außerdem eine steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG voraus, bei getrennter Messung zusätzlich einen eigenen Zählpunkt, und ihr Preisstand liegt deutlich weiter zurück als der des Haushaltstarifs.

CO₂ je Kilowattstunde Wärme

Die gleiche Division, anderer Zähler: Der Emissionsfaktor des Strommix geteilt durch die Arbeitszahl ergibt die Emissionen je Kilowattstunde Wärme. Gerechnet wird mit 406 g CO₂-Äquivalenten je Kilowattstunde Strom einschließlich Vorketten (2025 (vorläufig), veröffentlicht März 2026), beim Kessel entsprechend mit dem Emissionsfaktor des Brennstoffs geteilt durch den Jahresnutzungsgrad. Bezugsgröße jeder Zeile ist damit eine Kilowattstunde Wärme am Wärmeerzeuger — Speicher- und Verteilverluste sind in keiner enthalten.

  • Sole/Wasser (JAZ 4,3): 94 g CO₂-Äq. je kWh Wärme am Wärmeerzeuger
  • Luft/Wasser (JAZ 3,4): 119 g CO₂-Äq. je kWh Wärme am Wärmeerzeuger
  • Erdgas H (Nutzungsgrad 95 %): 260 g CO₂-Äq. je kWh Wärme am Wärmeerzeuger
  • Heizöl EL (Nutzungsgrad 92 %): 346 g CO₂-Äq. je kWh Wärme am Wärmeerzeuger

Warum ohne diese Division Gas und Öl zu gut wegkommen

Die CO₂-Faktoren der Brennstoffe auf dieser Website sind je Kilowattstunde Brennstoff hinterlegt und als Verbrennung plus Vorkette definiert, nicht je Kilowattstunde Wärme. Ohne die Division durch den Nutzungsgrad stünden zwei verschiedene Bezugsgrößen in einer Liste nebeneinander. Umgekehrt gilt dasselbe für den Strom: Mit dem häufig zitierten reinen Verbrennungs-CO₂ des Strommix zu rechnen würde die Wärmepumpe gegen die eigenen Brennstoffzeilen zu gut stellen. Zwei Bilanzgrenzen in einer Tabelle zu mischen ist genau der Fehler, den diese Website vermeidet.

Eine einzelne Einsparungsprozentzahl gegenüber einem Gaskessel steht hier bewusst nicht. Belegt sind nur Bandbreiten mit Methode und Bezugsjahr: Im statischen Jahresbilanzverfahren für 2024 sparten die vermessenen Luft/Wasser-Anlagen 37 bis 64 Prozent, die Erdreich-Anlagen 54 bis 70 Prozent; mit viertelstündlicher Bilanzierung lag das Poolmittel bei 64 Prozent. Diese Zahlen stammen aus derselben Messreihe wie die Jahresarbeitszahlen oben (Fraunhofer ISE, Abschlussbericht „WP-QS im Bestand“, Kap. 5.3.1 — Erzeugerarbeitszahl (Bilanzgrenze 3: ohne Speicher- und Verteilverluste, ohne Heizkreispumpen)). Der Emissionsfaktor des Strommix sinkt jährlich — jede Aussage dazu braucht ein Bezugsjahr, sonst ist sie irreführend. Quelle des hier verwendeten Faktors: Umweltbundesamt, CLIMATE CHANGE 16/2026, Tabelle 1 — THG-Emissionsfaktor des deutschen Strommix inkl. Vorketten, in g CO₂-Äquivalenten.

Ein Kältemittel-Befund aus derselben Feldstudie gehört daneben, ohne Rechtsfolge: Drei Viertel der vermessenen Wärmepumpen arbeiten mit einem Kältemittel, dessen Treibhauspotenzial über 1000 liegt; 8 Prozent nutzen Propan (R290). Diese Beobachtung am Anlagenbestand geht nicht in die Zahlen der Liste oben ein.

Was diese Seite rechnet — und was nicht

Diese Seite rechnet Verbrauch und Kosten, sie legt keine Anlage aus. Nicht behandelt werden Anschaffungskosten, Förderung, Herstellervergleiche, Heizlastauslegung, hydraulischer Abgleich, Schallgrenzwerte, die wasserrechtliche Genehmigung von Erdwärmesonden und das Kältemittelrecht — dort beginnt Fachplanung, teils Landesrecht. Auch Fördersätze, Boni, Fristen und Mindestarbeitszahlen stehen hier nicht: Förderbedingungen ändern sich häufig, eine veraltete Zahl wäre schädlicher als keine. Für eine Prognose-Arbeitszahl im Antrag ist VDI 4650 Blatt 1 der vorgesehene Weg, und dafür ist ein Fachbetrieb zuständig.

Warum die Kältemittel die mögliche Vorlauftemperatur überhaupt begrenzen, steht unter Kältemittel der Wärmepumpe; welche Temperatur die Heizfläche verlangt, unter Vorlauftemperatur und Heizfläche.

Fazit

Die Jahresarbeitszahl ist für die Wärmepumpe, was der Heizwert für Brennholz und der Brennwert für Erdgas ist: die Zahl, ohne die ein Preis nichts bedeutet. Wer sie kennt — am besten aus den eigenen zwei Zählern —, rechnet in einer Zeile aus, was die Kilowattstunde Wärme kostet. Wer dagegen einen COP vom Datenblatt einsetzt, bekommt eine Zahl, die mit seiner Stromrechnung nichts zu tun hat.

Häufige Fragen zur Jahresarbeitszahl

Hat eine Wärmepumpe einen Heizwert?

Nein. Ein Heizwert gibt an, wie viel Energie bei der Verbrennung frei wird — eine Wärmepumpe verbrennt nichts, und Strom ist kein Brennstoff. Sie hebt Umweltwärme mit elektrischer Arbeit auf ein nutzbares Temperaturniveau. An der Stelle, an der bei Holz der Heizwert und beim Kessel der Nutzungsgrad steht, steht hier die Jahresarbeitszahl: wie viele Kilowattstunden Wärme aus einer eingekauften Kilowattstunde Strom werden.

Was ist die Jahresarbeitszahl (JAZ)?

Die Jahresarbeitszahl ist der gemessene Quotient aus abgegebener Wärmemenge und bezogener elektrischer Energie über ein Betriebsjahr: JAZ = kWh Wärme ÷ kWh Strom. Sie ist dimensionslos und kein Wirkungsgrad — die Wärmepumpe verschiebt Energie statt sie umzuwandeln. Ohne die Angabe, wo die beiden Zähler sitzen (die Bilanzgrenze), ist eine JAZ nicht interpretierbar.

Was ist der Unterschied zwischen COP und JAZ?

Der COP nach DIN EN 14511 ist ein einzelner Prüfstandspunkt — bei Luft/Wasser-Geräten A2/W35, bei Sole/Wasser-Geräten B0/W35. Er beschreibt das Gerät in einem Betriebszustand und ist ausdrücklich kein Jahreswert. Die JAZ ist eine Messung über ein ganzes Betriebsjahr in einem konkreten Haus, mit Frost, Abtauen, Warmwasser und Teillast. Dazwischen liegen noch der SCOP nach DIN EN 14825 (ein Laborjahr mit Normklima, Grundlage des EU-Energielabels) und die Prognose nach VDI 4650 Blatt 1. Diese vier Zahlen dürfen nie gegeneinander verrechnet werden.

Welche Jahresarbeitszahl erreichen Wärmepumpen in der Praxis?

Luft/Wasser: Mittelwert 3,4, Einzelwerte 2,6 bis 4,9 · Sole/Wasser: Mittelwert 4,3, Einzelwerte 3,6 bis 5,4. Das sind Erzeugerarbeitszahlen nach Bilanzgrenze 3 aus einer Feldstudie des Fraunhofer ISE, also die Wärme am Gerät — ohne Speicher- und Verteilverluste und ohne Heizkreispumpen. Im selben Bericht lag die Systemarbeitszahl eines gemischten Kollektivs aus 36 Anlagen rund 15 Prozent darunter. Wer seine Jahresstromrechnung treffen will, rechnet mit diesen Mittelwerten also zu günstig.

Wie rechne ich meine eigene Jahresarbeitszahl aus?

Teilen Sie die Jahresablesung des Wärmemengenzählers durch die des Stromzählers der Wärmepumpe — beide Werte aus demselben Zeitraum. Wo die Zähler sitzen, entscheidet über die Bilanzgrenze: an der Wärmepumpe ergibt sich die Erzeugerarbeitszahl, hinter dem Speicher die niedrigere Systemarbeitszahl. Der Rechner oben nimmt beide Zählerstände und ordnet das Ergebnis in die gemessenen Bandbreiten ein.

Was kostet eine Kilowattstunde Wärme mit einer Wärmepumpe?

Strompreis geteilt durch Jahresarbeitszahl. Mit 37,0 ct/kWh Haushaltsstrom (BDEW-Strompreisanalyse 08/2026, Stand August 2026) und einer JAZ von 3,4 sind das 10,88 ct je Kilowattstunde Wärme. Mit einem Wärmepumpentarif oder einer Sole/Wasser-Anlage liegt der Wert darunter. Diese Rechnung setzt die gemessene Erzeugerarbeitszahl ein und trifft damit die Wärme am Gerät; für die tatsächliche Stromrechnung gilt die Systemarbeitszahl, die im Vergleichskollektiv rund 15 Prozent niedriger lag — der Preis je Kilowattstunde Wärme liegt dann entsprechend höher.

Ist der SCOP vom Energielabel meine Jahresarbeitszahl?

Nein. Der SCOP nach DIN EN 14825 entsteht rechnerisch aus Teillastpunkten entlang einer in der Norm hinterlegten Heizkurve und bei Normklima. Gegen Messungen geprüft, ist diese Normkurve optimistischer als die Praxis — der Vergleich steht unter „Vorlauftemperatur der Wärmepumpe“. Ein SCOP ist ein Gerätekennwert, keine Anlagenmessung.